Mit seiner 28. Produktion gastiert der «Zirkus Chnopf» vom 27. Juni bis 1. Juli auf dem Solothurner Kreuzackerplatz. Die künstlerische Leitung liegt wiederum in den Händen des in Solothurn wohnhaften Schauspielers Matthias Schoch. Allerdings tritt er dieses Jahr nicht selber auf. Er hat soeben in Luzern in einer Freilichtaufführung den «Jedermann» gespielt.

Der Regisseur wollte einen jungen Darsteller und im Programmheft ist zu lesen: «Die Agilität des Hauptdarstellers Matthias Schoch kommt dieser Setzung sehr entgegen. Da ist einer, der bewegt Massen, der sprüht vor Energie und der soll sich nun vom Tod mitnehmen lassen?» Schoch gibt denn auch zu, dass seine Auftritte im «Zirkus Chnopf» ihm für diese Rolle sehr zustattengekommen seien. Im Freien, nah vor Publikum, auf einer breiten Bühne mit offensivem Spiel in einer spielerischen und körperbetonten Rolle zu agieren, sei durchaus eine Herausforderung.

Vom Wunderland inspiriert

Regie in der heurigen «Chnopf»-Produktion führt wiederum Daniel Pfluger, welcher bereits am TOBS Regie geführt hat. Für die Bühne und die Kostüme zeichnet Stefanie Liniger verantwortlich, welche nächste Saison am TOBS «Animal Farm» ausstatten wird. Damit setzt sich die gegenseitige Beeinflussung von Zirkus und Theater fort. «Gugus» nennt sich das diesjährige Programm. Matthias Schoch hat in einem privaten Rahmen in Solothurn eine Vorstellung des Theaters Hora gesehen, und da ist ihm der zündende Gedanke für das Zirkusprogramm gekommen. (Hora hat 2017 den Schweizer Theaterpreis erhalten. Die Mitwirkenden haben ein Handicap.) Regisseur Pfluger hat sich indessen von den Figuren aus «Alice im Wunderland» inspirieren lassen.

Was heisst «Gugus»?

Wenn Kinder Verstecken spielen und aus einem verborgenen Ort heraus schauen und der suchenden Person «Gugus!» zurufen, kann das zur Auffindung des Versteckten führen. Oder Leute gehen maskiert an die Fasnacht und blinzeln hinter der Maske hervor mit «Gugus» und versuchen so, sich dem Gegenüber zu erkennen zu geben. Beim Theater wird in Maske und Kostüm gespielt. Wenn dies in der Garderobe abgelegt wird und der Darsteller sich in sich selber verwandelt, ist das ebenfalls ein «Gugus»-Effekt. So lässt sich denn der Begriff auf vielfältige Art deuten, was den Reiz an diesem Zirkus-Spektakel ausmacht.