Hauseigentümer

«Zeiten für Wohneigentum sind nach wie vor nicht rosig»

Wegen dem neuen Raumplanungsgesetzt wird in Zukunft verdichtet gebaut werden. (Symbolbild)

Wegen dem neuen Raumplanungsgesetzt wird in Zukunft verdichtet gebaut werden. (Symbolbild)

Der Hauseigentümerverein (HEV) Region Solothurn ist im vergangenen Jahr erneut gewachsen und zählt jetzt 7450 Mitglieder. Im Mittelpunkt der Generalversammlung standen politische Angriffe aufs Eigentum.

HEV-Präsident Christoph Geiser stellte in seinem Jahresrückblick fest, dass das Zinsniveau nur wenig gestiegen, somit stabil sei und für eine anhaltende Bautätigkeit sorge. Stetiges Wachstum attestierte er dem Immobilienmarkt, die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen sei nach wie vor vorhanden.

«Die wiederholt befürchtete Immobilienblase ist aber ausgeblieben. Unsere Gegend ist kein Immobilien-Hot-spot, die Mieten von Geschäftsräumen stehen unter Druck. Wie in anderen Regionen auch, müssen Verkaufsobjekte länger auf dem Markt angeboten werden als auch schon, und Tausende Quadratmeter Büro- und Verkaufsflächen stehen leer.

Der HEV hat», so Geiser weiter, «seine Dienstleistungen im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. Im Bereich Wohnungsabnahmen (128) und Immobilienbewertungen wurde personell ausgebaut.»

Mehr Dienstleistungen erbracht

Auch Beat Gerber, der Sekretär des HEV, berichtete über steigende Dienstleistungen, die zum Teil auf den stetigen Mitgliederzuwachs der vergangenen Jahre zurückzuführen seien. So wurden 2013 insgesamt 1448 Rechtsauskünfte erteilt.

Eine steigende Mitgliederzahl bedeutet auch steigende Ansprüche an das Sekretariat, der Entlastung durch den Einsatz elektronischer Hilfsmittel sind aber Grenzen gesetzt. So ist der Drucksachenverkauf wegen des Internet-Shops des Dachverbandes rückläufig und die Einnahmen daraus sind erneut gesunken. Die Rechnung, vorgestellt von Kassier Kurt Bargetzi, schloss bei Einnahmen von 326 000 Franken mit einem Erfolg von 9000 Franken.

Schwieriges Umfeld

«Seit ein paar Tagen ist das neue Raumplanungsgesetz in Kraft», stellte Präsident Geiser fest. «Damit soll die Zersiedelung gestoppt werden, also keine Vergrösserung der Bauzonen stattfinden. Erhebungen zufolge hat es für die kommenden 15 Jahre genug Bauland im Kanton Solothurn - nur liegen diese Landreserven nicht immer am richtigen Ort.»

Verdichtetes Bauen sei angesagt und die Ausnützungsziffern würden erhöht. «Wir alle werden näher zusammenrücken müssen, und es wird enger zu- und hergehen.»

«Die Zeiten für das Eigentum, und ganz speziell für das Wohneigentum, sind nach wie vor nicht rosig. Das politische Umfeld ist schwierig.» Sekretär Beat Gerber bezog sich damit vorab auf die Sparbemühungen des Kantons und dessen Versuch, am Eigenmiet- und Katasterwert zu schrauben; er gab damit Rudolf Steiner, Präsident des kantonalen HEV, den Steilpass zu dessen Ausführungen.

Katasterwerte im Visier

«Sparen bedeutet, weniger auszugeben, und nicht, Abgaben, Gebühren und Steuern zu erhöhen», fasste Steiner seinen Situationsbericht zusammen. Die von Hans Egloff (Präsident HEV Schweiz) eingereichte Motion zu einem einmaligen Wahlrecht beim Eigenmietwert wird vom Bundesrat zur Ablehnung empfohlen.

Auf kantonaler Ebene sollten durch Erhöhungen im Bereich Kataster- und Eigenmietwert zehn Millionen Franken mehr generiert werden. Dagegen hat sich der HEV am «Runden Tisch zur Sanierung des Staatshaushaltes» zum Teil erfolgreich gewehrt. Steiner mahnte aber die HEV-Mitglieder eindringlich, zur Urne zu gehen, wenn die entsprechenden Vorlagen vors Volk kommen.

Mit der schwungvoll-brillant interpretierten Rhapsody in Blue von George Gershwin begleiteten Marian und Nicole Rivar die gut gelaunten 400 Teilnehmenden an der Generalversammlung zum Apéro.

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