Der französische Begriff «éphémère» steht für die Eintagsfliege. Ephemere Kunst ist ein Überbegriff für Formen der Kunst, die sich über schnell vergängliche Darstellungen definieren. Auch wenn die ephemere Kunst nicht neu ist, steckt in ihr eine revolutionäre Kraft, sie wirkt dem für die Ewigkeit Geschaffenen des traditionellen Kunstbegriffs entgegen. Die Jury bestehend aus dem Künstler Meinrad Feuchter und den beiden Kunsthistorikern Michael Sutter (Kunsthalle Luzern) und Martin Rohde (S11) hat aufgrund einer nationalen Ausschreibung aus zahlreichen Bewerbungen aus der ganzen Schweiz sowie aus Deutschland zwölf qualitativ hochstehende Projekte ausgewählt.

Als Kriterien waren neben der beschränkten Lebensdauer der Kunstwerke auch ihre Auseinandersetzung mit dem Thema des Flüchtigen und der Vergänglichkeit sowie prozesshaftes Arbeiten ausschlaggebend. Die gezeigte Kunst beschäftigt sich mit Veränderungen des Aggregatzustandes (Eis, Wasser, Gas) oder Lichteinflüssen, mit der Schwerkraft, oder setzt sich mit dem Thema über Konzeptkunst und Performance auseinander. Da es sich bei allen Angeboten um dargestellte Prozesse handelt, braucht es etwas Zeit und Geduld und vor allem ein Einlassen.

Wer was vorhat

Die Arbeit von Claudia Grimm greift in den öffentlichen Raum aus und lässt zu Solothurn neue Einsichten gewinnen, Johanna Gschwend verändert Erdformationen mittels Wasser, Annette Hahn benutzt Luftballons, um grosse Vasen der Schwerkraft auszusetzen, und Nathalie Papatzikakis inszeniert ein Bild mit Rauch.

Lea Fröhlicher und Olivia Hegetschweiler performen das Haus mit einer Future-Keks-Aktion, Viviana Gonzales lässt schwebende Steine fallen, Denise Haschke tränkt in einer Performance ihr Kleid mit Eisdiamanten. Esther Hagenmaier experimentiert mit Fotogrammen, Karin Heinrich lässt Fellobjekte schmelzen, Ana Rakel Ruiz de Sabando tut dies mit einem Eisblock, in dem der Schriftzug ephemere durch einen Faden eingeschrieben ist, und Laureline Koenig versucht mit ihrem Voicewalking Menschen auf der Gasse zu bewegen. (khs)

Termine: Freitag, 26. April, 19 Uhr: Vernissage mit Einführung von Kurator Martin Rohde. Samstag, 27. April, 17 bis 24 Uhr im Rahmen der Kulturnacht, Sonntag, 28. April, 11 bis 17 Uhr.