Was wäre die Solothurner Fasnacht ohne all die Läden und Restaurants, die mit viel Aufwand jeweils ihre Schaufenster und Gaststuben dekorieren? Um diesen Aufwand zu würdigen, traf sich der UNO-Vorstand (Vereinigte Fasnachtsgesellschaft Solothurn) traditionsgemäss am letzten Samstag um 8.30 Uhr in der Bäckerei und Tea-Room Trüssel in der Vorstadt zum gemütlichen Auftakt.

Damit die unzähligen Schaufenster und Restaurants auch alle begutachtet werden konnten, hatte UNO-Schryberin Sarah Etter ein ambitiöses Programm zusammengestellt. Unter der Führung von Ober-Ober Markus Wälti machten sich die acht Jury-Mitglieder auf den langen Weg durch die städtischen Gassen.

«…aber nid uf Gränche!»

Ein erster Hingucker war die Velostation im Hauptbahnhof. Auf ganzer Länge ist die Velogarage mit Konfettis geschmückt. Dazu kommen vereinzelt Bööge, welche die Passanten beobachten. Ein erstes Mal konnte die Jury die begehrte Auszeichnung der UNO verleihen.

Auch die Vinothek Affolter konnte geehrt werden – im Sinne der Plakette fahren zahlreiche kleine Trittbrettfahrer durchs Schaufenster. Einen weiteren witzigen Spruch lieferte Stüdeli Stempel: Ergänzend zum Motto «chunsch ou» stand dort «…aber nid uf Gränche!»
Ein letzter Hingucker in der Vorstadt war das kleine aber feine Schaufenster von Mirjam Hauris Schmuckladen. Auch hier durfte die Jury sagen: «schön, bravo, UNO».

Luftschlangen sind verpönt

Nach der Aare-Überquerung machte das NaseVelo besonders Freude: Viele närrische Hasen tummeln sich im Schaufenster zum aktuellen Motto. Nur einer steht abseits und sagt: «Ig chume nid.» Spielverderber!

Beim weiteren Rundgang durch die Altstadt wurde indes ersichtlich, dass noch nicht alle Beizen und Läden mit ihrer Dekoration fertig waren. Und ein paar verlorene Luftschlangen machen halt noch keine Fasnachtsdekoration aus. Bis zur Chesslete am kommenden Donnerstag bleibt also noch einiges zu tun.

Einige humorvoll dekorierte Schaufenster fanden sich aber weiter in der Altstadt. Stampfli Optik, Gemeinnütziger Frauenverein, Kerzen-Jeger, Clochard Boutique, Grapperia Soletta oder Tourismus Solothurn vermochten die UNO-Juroren zu überzeugen.

Mittelalter und Karaoke

Auch zahlreiche Beizen durften die Ehrungen der UNO in Empfang nehmen. Hervorgetan haben sich neben anderen Mediterrane Leckereien oder die klassischen Fasnachtshochburgen wie das Chicken Chaotikum, der Ballzillus im Landhaus und die Garage des Hotels Krone, die einmal mehr mit ihrer grandiosen Deko zu begeistern vermag. Heuer steht in der Garage alles im Zeichen mittelalterlicher Dunkelheit.

Zu erwähnen ist auch noch der Alte Stephan, der wieder zur Fasnachtshochburg werden will – inklusive Guggenmusiken. Die Deko ist nach Alt-68er-Manier im Hippie-Style gehalten. Zudem setzt Stefan Bader am Samstag, Sonntag und Dienstag auf Karaoke.

Und er bietet jeweils abends vor seinem Lokal auch fasnächtliche Burger feil. Insgesamt verteilte die UNO heuer 56 Kleber sowie zahlreiche Bilder.