«Vorläufig bleibe ich im Gemeinderat», gibt der designierte Amtsgerichtspräsident Yves Derendinger nun bekannt. Direkt nach der Wahl vom vergangenen Sonntag meinte er noch, dass er auf Gemeindeebene «wohl eher» weiter politisieren wolle.

Seinen Sitz im Kantonsrat gibt er aber wegen der Unvereinbarkeit der beiden Ämter an den bisherigen Ersatz Urs Unterlerchner ab. Was sein Amt als Gemeinderat angeht, ging Derendinger zwischenzeitlich aber nochmals über die Bücher: «Ich bin der Überzeugung, dass meine Rolle als Gemeinderat meine Amtsausübung nicht behindern wird.»

So sieht der freisinnige Politiker keine Hürden, die durch dieses Doppelamt erwachsen könnten. Sein unterlegener Gegenkandidat Herbert Bracher (SP) hatte ihn kurz nach der Wahl über mehrere Kanäle aufgefordert, «von sämtlichen politischen Ämtern, insbesondere demjenigen als Exekutivmitglied der Stadt Solothurn, zurückzutreten.»

Dazu meint Derendinger jetzt: «Es gibt viele Beispiele, wo Richter weiterhin das Amt eines Gemeinderats oder gar eines Gemeindepräsidenten bekleiden. Und da sehe ich absolut keine Probleme dabei.»

Aber falls er feststellen würde, dass es aus zeitlichen Gründen nicht ginge oder falls er seine Unabhängigkeit als Amtsgerichtspräsident in Gefahr sähe, würde er die entsprechenden Konsequenzen ziehen. «Zurzeit sehe ich aber keinen Grund, weshalb das eintreten sollte.»

Eines weiss Derendinger dafür schon jetzt: «Dass ich nochmals kandidiere, ist eher unwahrscheinlich. Dann habe ich das zwölf Jahre gemacht.»