Kantonsratswahlen

Wyss und Roth spielen in der Stadt Solothurn in einer eigenen Liga

Brigit Wyss und Franziska Roth schwingen in Solothurn obenauf.

Brigit Wyss und Franziska Roth schwingen in Solothurn obenauf.

Auch in Solothurn sorgten wie in der ganzen Amtei Solothurn-Lebern die Spitzenkandidatinnen der SP und Grünen für die absoluten Top-Resultate. SP-Kantonsrätin Franziska Roth holte am meisten Stimmen vor Brigit Wyss. Damit untermauerte sie auch ihre Kandidatur aufs Stadtpräsidium im Duell mit Kurt Fluri.

Immerhin: In der Stadt Solothurn wählten am Wochenende 41 Prozent – deutlich mehr als im kantonalen Schnitt. Trotzdem blieben fast 7000 von 11 632 Stimmberichtigten dem Wahlgang fern –was die folgenden Zahlen doch sehr relativiert. Denn wählerstärkste Partei in der traditionellen FDP-Hochburg war mit gut 26 Prozent aller Stimmen die SP, die Freisinnigen brachten es nur auf gut 23 Prozent.

Stark auch die Grünen, die zusammen mit ihrer Jungpartei über 18 Prozent Wähleranteil kamen. Damit erzielte das linke Wahlspektrum satte 44 Prozent, und je nachdem, wo man die grünliberalen 5 Prozent ansiedelt, bleibt nur noch eine hauchdünne bürgerliche Mehrheit übrig. Die nebst der CVP mit knapp 15 Prozent noch aus der SVP (9,3 Prozent) sowie den Splitterparteien BDP (keine 2 Prozent) und EVP (knapp 1,5 Prozent) besteht.

Diese Ergebnisse nun einfach auf die kommenden Gemeinderatswahlen vom 14. Mai umzulegen, wäre allerdings verfehlt. Denn während bei der SP mit Franziska Roth oder Anna Rüefli, bei den Grünen mit Brigit Wyss und Barbara Wyss die Top-Leute antraten, blieben die bürgerlichen Hochkaräter in Sachen Stimmenbeschaffung aussen vor. So natürlich FDP-Nationalrat und Stadtpräsident Kurt Fluri oder CVP-Ständerat Pirmin Bischof, die beide an den Gemeinderatswahlen antreten. Gleiches soll FDP-Spitzenkandidat Beat Käch nochmals beabsichtigen; er hatte bekanntlich nicht mehr für den Kantonsrat kandidiert.

Roth bestätigt ihre Ambitionen

Bereits erste Schatten werfen aber auch die Stadtpräsidiums-Wahlen vom 2. Juli. Die vor drei Wochen nominierte SP-Kandidatin Franziska Roth unterstrich ihre Ambitionen klar. 2657 Solothurnerinnen und Solothurner brachten am Sonntag zum Ausdruck, dass sie die SP-Frau nicht nur als Kantonsrätin, sondern auch als ernstzunehmende Herausforderin von Stadtpräsident Kurt Fluri sehen. Von ähnlichem Kaliber wäre nur noch das grüne Aushängeschild Brigit Wyss, die mit ihren 2600 Stimmen in der gleichen, eigenen Liga wie Roth spielt.

Nun, Direktvergleiche Fluri-Roth gibt es natürlich, auch wenn die Spiesse nicht immer gleich lang gewesen sind. Vor zwei Jahren trat die SP-Kandidatin zusammen mit dem amtierenden Mandatsträger Kurt Fluri um einen Nationalratssitz an. Der Stadtpräsident verteidigte seinen mit 2950 Stimmen, Franziska Roth totalisierte damals immerhin 2263 Stimmen – allerdings bei einer viel höheren Stimmbeteiligung von 55 Prozent in der Stadt Solothurn.

Auf Gemeinderatsebene war das Resultat vor vier Jahren ähnlich ausgefallen: Kurt Fluri wurde mit 2192 Stimmen ebenso als Gemeinderatsmitglied bestätigt wie Franziska Roth, die aber nur auf 1710 Stimmbürgerinnen und -bürger zählen konnte. Doch gingen 2013 in Solothurn nur gut 36 Prozent der Stimmberichtigten wählen.

So gesehen ist die Steigerung von Franziska Roth um fast 1000 Stimmen in den letzten vier Jahren eine echte Kampfansage an Kurt Fluri – dieser erhielt in der letzten Bestätigungswahl gegen den nicht ernstzunehmenden Exoten Jeffrey Murphy gerade mal 293 Stimmen mehr als Roth am letzten Sonntag.

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