Solothurn
Würste und Moules zu Acryl und Aquarell: Kirche mutiert zur Brasserie St. Jo

Längst ist die ehemalige Klosterkirche St. Josef an der Baselstrasse als «Haus der Kunst» ein Begriff. Weniger bekannt ist, dass die Solothurner Kirche im Advent jeweils zur Brasserie St. Jo mutiert.

Wolfgang Wagmann
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Brasserie Saint Jo
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Brasserie Saint Jo im Haus der Kunst Solothurn
Brasserie Saint Jo
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Brasserie Saint Jo
Brasserie Saint Jo
Brasserie Saint Jo
Brasserie Saint Jo
Der Blick von oben
Der Blick von oben

Brasserie Saint Jo

michelluethi.ch

Eigentlich wäre im Haus der Kunst auch solche zu sehen. Zusätzlich zu seiner Ausstellung hat Pavel Schmidt den Chorraum kuratiert und dazu eine Auswahl von Bildern und Zeichnungen seines Freundeskreises getroffen. Im Mittelteil der Kirche zeigen Dimitra Charamanda, Romain Crelier, Christoph Hess, Jan Hostettler, Flo Kaufmann, Christoph Rihs, Percy Slanec und Nancy Wälti ihre Werke.

«Sie stammen alle aus der Stadt oder Region Solothurn, betont Reto Emch. Selbst Künstler, hat er aber zusammen mit seiner Partnerin Anet Fröhlicher während der vier Dezemberwochen ganz anderes im Fokus: der ehemalige Sakralbau wird zur Brasserie St. Jo, mit Küche, Bar und Restaurant. «Rund 100 Gäste haben Platz» – offen steht sie jeweils am Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend. Wobei nächste Woche Firmenanlässe den Raum belegen.

Klassisch französisch

Ausser am Donnerstag, 20. Dezember: Als besonderen Höhepunkt der Brasserie Saint–Jo feiert man jeweils «La Fête de la Saucisse». Reto Emch: «Es gibt sieben Gänge Wurst wie die sieben Tage der Woche. Alles an einem Abend, und jede Wurst mit einer speziellen Beilage.» Und an Silvester steigt die grosse Abschlusssause: die sogenannte «Douzaine au Saint-Jo», eine Abfolge von zwölf kleineren Gerichten «für jeden Monat eins.» Eine Fischsuppe allerdings wird jeweils als grössere Portion verabreicht.

Ansonsten legt man in der Brasserie St. Jo Wert auf klassische französische Küche. «Ein Ragout mit Kartoffelstock ist ebenso im Angebot wie etwa Fisch auf Sauerkraut oder Moules. Unter den Desserts finden sich beispilsweise 18 verschiedene französische Käsesorten und auch die Entrées bieten einiges – «zuletzt hatten wir warmen Oktopus», verrät Emch.

«Die Preise sind normal und keineswegs abgehoben», versichert der Organisator weiter. Pro Sitzplatz erhebt die Brasserie St. Jo allerdings einen «Kulturbatzen» in der Höhe eines Fünflibers, das entspreche in etwa dem in Italien verbreiteten «Coperto».

«Haben ein stabiles Team»

Bereits zum siebten Mal hat sich ein Team für die Brasserie formiert – diesmal 14 Leute, die unter der Leitung von Urs Linder in der Küche, an der Bar und im Service arbeiten. Die ganze Infrastruktur wird jeweils für die paar Wochen eingebaut. «Wir verfügen diesmal über ein stabiles Team, darunter auch pensionierte Profi-Köche», freut sich Emch über seine Brigade, die übrigens nicht ehrenamtlich, sondern zu branchenüblichen Konditionen arbeitet.

Und die Gäste? «Kunstschaffende, Kunstinteressierte, Architekten», zählt Reto Emch auf. Aber zunehmend auch «Entdecker» der Brasserie. «So zwei Nachbarn, die gleich gegenüber wohnen, und jahrelang nie mitbekommen hatten, was hier im Advent abgeht.» Doch eines ist für den Gastgeber ad interim klar: Das Haus der Kunst soll primär ein solches bleiben. Denn «eigentlich verkaufe ich Bilder und nicht Würste.»

Infos: www.hausderkunst.ch oder auch info@hausderkunst.ch

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