HESO 2014

Wo Töne zum Laufen gebracht werden

Ein Eyecatcher an der diesjährigen HESO ist eindeutig der Stand der Gastregion Sainte-Croix. Eine Auswahl historischer Musikautomaten lockt Fans alter Technologien in Scharen an.

Bringt er ihn zum Laufen oder nicht? Es «chräscheled» fürchterlich. Dann erklingen tatsächlich einige scheppernde Takte. Das wäre wohl ein schneidiger Militärmarsch gewesen. Dann bricht Theodor Hatt die Demo am Stereo-Grammofon aus den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ab, stöpselt die zwei gummigeschützten Abspielnadeln wieder aus der Halterung. «Süsch dräit er no düre», muss er zur Enttäuschung der gespannten Fans hinter den zwei mächtigen Messingtrichtern mitteilen.

Kostbarkeiten aus drei Museen

Theodor Hatt vertritt eines der Museen von Sainte-Croix, die am HESO-Stand der Gastregion Werbung in eigener Sache machen – das Musée des Arts et des Siences. Und er hat einiges zu bieten. «Das hier ist eine Boite du Gare.» Ein wunderschön gefertigtes Stück, das zur Erheiterung von wartenden Reisenden auf den Bahnhöfen zum Zeitvertreib lockte. 20 Rappen kostete es, die neckische Dame auf dem Velo ins Pedalen zu bringen, wie Hatt mit dem Einwerfen einer entsprechenden Münze beweist. Auch dieses Prunkstück aus der jurassischen Hochburg der Musikautomaten-Herstellung stammt aus den Zwanzigerjahren. Wesentlich älter ist das für Hatt schönste Bijou am Stand, eine Musikdose, die um 1895 entstanden ist. Das Faszinierende an den beieindruckenden Exponaten: Sie geben tatsächlich noch Töne von sich, sei es auf das Einwerfen von Münzen hin oder aber auch durch das Betätigen der Kurbeln. So hat der Mann vom Museum vor allem ein Problem: «Ich muss aufpassen, dass die Leute die Sachen nicht anfassen oder sogar selbst probieren, sie zum Funktionieren zu bringen.» Zwar ist die Mahnung überall gut angeschrieben, aber eben – HESO-Besucher gelten per se als gwundrig. Diesen Gwunder stillt am Stand aber auch die letzte von ehemals 30 Musikdosen-Fabriken in Sainte-Croix, die Firma Reuge.

Auch sonst attraktiv

Die drei Museen stehen zwar für das «Land der mechanischen Träume», aber die Region um Sainte-Croix hat wesentlich mehr zu bieten. Die Waadtländer Juraterrasse bürgt für Lebensqualität und Erholung «im Sommer und Winter». Im Sommer lockt die weitläufige, tannenbestückte Juraregion zu ausgedehnten Wanderungen auf 200 Kilometer Wegen. Aber auch für die Bike-Freaks ist gesorgt, sie können sich auf Mountain-Bike-Strecken von gut 100 Kilometer Länge tummeln. Im Winter ist an sieben Skiliften alpines Skifahren möglich, 100 Kilometer Loipen locken die Langläuferinnen und Langläufer. Dazu gibts neun verschiedene Schneeschuhwanderungen.

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