Landhausquai
Wo sich Cüpli und Bier begegnen

Aus dem dubiosen Streifen an der Aare wurde Solothurns neue Ausgehmeile. Die Gastronomen freuts, sie haben einen guten Sommer hinter sich.

Niklaus Stuber
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Solothurner Zeitung

Sie sind zufrieden, die Gastronomen am Landhausquai und noch ein bisschen weiter aareabwärts. Der Sommer 2010 war ein guter. Der Angebots-Mix stimmt, der Landhausquai hat vom dubiosen Platz zur sommerlichen Ausgehmeile Solothurns mutiert. Wer Landhausquai sagt, denkt automatisch (auch) an den «Chutz». Inhaberin Marta Kaus ist mit ihrer verständnisvollen und doch resoluten Art so was wie eine Legende, und mit ihren 30 Jahren Erfahrung kann sie die Veränderungen bestens beurteilen. «Der Platz hat sich unheimlich verändert – zum Positiven.» Vor allem der gute Mix im Angebot mache es aus. Dieses sei durch das eher auf noblere Gäste ausgerichtete «Salzhaus» abgerundet worden. Auch der Einbezug des Aaremürlis habe dazu beigetragen. «Es war ein sehr guter Sommer», hält sie fest, «und die letzten schönen Tage haben das Ihre dazu beigetragen.»

Nachher zum Schlummertrunk

Philippe Haldimann steht hinter der Theke der «Aarebar» und schaut auf einen guten Sommer zurück: «Der Sommer ist unsere Hauptsaison, und mit dem diesjährigen sind wir zufrieden.» Die letzten Tage haben dazu beigetragen: «Solange es nur ein bisschen warm ist, bleiben die Leute draussen.» Ein Erfolg war für Haldimann die Fussball-WM. Die HESO war nur bis 21 Uhr bemerkbar. «Nachher kamen die Gäste zum Schlummertrunk.»

Wie Haldimann sieht auch Michael Wilhelm vom «Kreuz» im Angebots-Mix den grossen Vorteil vom «neuen» Landhausquai: «Der ist zur Solothurner Ausgehmeile geworden.» Die letzten Monate beurteilt er positiv. Wegen des Rauchverbots stellt er eine Veränderung fest: «Wir sind von einer Beiz vermehrt zum Restaurant geworden. Die Leute kommen, essen und gehen.»

«It’s the place to be»

«Wir haben eine sehr privilegierte Lage», sagt Nicolas Panzer von der Cafébar Landhaus. Der Landhausquai habe in den letzten drei Jahren eine deutliche Aufwertung erfahren, «It’s the place to be.» Gerade auch deshalb war für Panzer der Sommer 2010 ein ausserordentlich guter. Wenig Probleme hat er mit der HESO, obschon jeweils ein leichter Umsatzrückgang zu verzeichnen sei, «aber das dauert ja nur eine Woche». Tendenziell kämen zwar etwas weniger Gäste wegen des Rauchverbots. Doch seit es für alle Betriebe gleich ist, hat er wie viele seiner Kollegen und Kolleginnen wenig Mühe damit. «Die Leute bleiben so lang als möglich draussen, auch wenns kühl ist.» Da könne es sein, dass sechs Gäste drinnen und sechzig draussen sind.

«Die letzten paar Tage waren wie im Hochsommer, draussen alle Stühle besetzt», freut sich «Salzhaus»-Geschäftsführerin Sabrina Knittel, die sich wie ihre Kollegin Gabriela Hladikova, stellvertretende Geschäftsleiterin vom «Solheure», über einen guten Sommer freut. Im «Solheure» will man übrigens künftig auf die Bedienung im Fumoir verzichten: «Unsere Gäste wollen sich ihre Getränke an die Bar im Hauptgebäude selber holen.» Beide Frauen sind begeistert vom Angebots-Mix am Landhausquai.

Wo die HESO Kunden wegnahm

Wenig Freude hat Kamer Karatay, Gerant vom «Solaare», ehemals «Storchen», an der HESO: «Die hat uns Kunden weggenommen.» Mit dem Sommer hingegen ist er sehr zufrieden. Mit dem Ende des Sommers sieht er eine Abnahme der Gästefrequenz auf sich zukommen. Dies vor allem, weil die Raucher weniger ausgehen und Lokale ohne Fumoir meiden würden. Da er sich aber auf Apéros für kleinere Gesellschaften spezialisiert hat, «was gut ankommt», hielten sich die Verluste in Grenzen.

Keine Auskunft war vom Kleinstrestaurant «Mediterrane Leckereien» zu erhalten – die Inhaberin macht Ferien vom Ferienplatz Landhausquai.