So ist das Projekt der Regio Energie mit der aktuellen Etappe ans Nordufer der Aare vorgestossen. Bis im Herbst dieses Jahres soll damit laut Bauplanung ein Gebiet mit Fernwärmeleitungen erschlossen sein, das von der Wengistrasse über die Westbahnhofstrasse, Werkhofstrasse, Untere Steingrubenstrasse via Sphinxmatte bis zur Kantonsschule reicht.

Leitungsbau bis zum Rossmarktplatz abgeschlossen

«Wir sind im Zeitplan», informiert Sandra Hungerbühler, Leiterin Marketing und Kommunikation der Regio Energie Solothurn RES. Während im Bereich der Berntorstrasse noch Bauabschrankungen vom Abschluss der vorigen Bauetappe zeugen, ist der Leitungsbau bis zum Rossmarktplatz abgeschlossen, ebenso die Versorgung mit Fernwärme bis dorthin. Gleichzeitig befindet sich auch die Erschliessung des Bürgerspitals auf Kurs: Sie soll voraussichtlich im Juli vollzogen sein.

Verzögert wurden die Bauarbeiten der letzten Wochen und Monate durch die anhaltende Kälte. Gefrorene Böden erschwerten resp. verunmöglichten Tiefbauarbeiten im Fernwärmebau. Stefan Schluep, Leiter Netze, Wasser und Fernwärme RES, schätzt den Rückstand auf drei Wochen gegenüber dem ursprünglichen Terminplan.

«Aber wir sind früh genug dran, um die Zeit aufholen können und den Wärmeliefertermin im Herbst nicht zu gefährden. «Das Interesse an Fernwärme ist generell sehr hoch.» Vertraglich zugesichert sei vorab lediglich die Versorgung des Klosters Namen Jesu per 1. Oktober, so Schluep weiter.

Wengibrücke störungsfrei für öV

Für Mitte April steht nun die Überquerung der Aare an. Konkret werden die Fernwärmerohre unter der Wengibrücke durchgezogen. Dies soll in Nachtarbeit von statten gehen, damit der öffentliche Verkehr tagsüber störungsfrei passieren kann. Und auch für den Bootsverkehr werde es durch die Bauarbeiten nicht zu Behinderungen bei der Unterfahrt kommen: «Das ist technisch ohne Beeinträchtigungen machbar», sagt Stefan Schluep, Leiter Netze, Wasser und Fernwärme RES.

Auch sonst werden, nicht zuletzt dank etappierter Arbeit an mehreren Orten, die weiteren Fernwärmearbeiten ohne vollständige Sperrung von Strassenzügen möglich sein. Wegen der Fasnacht waren die Arbeiten in diesem Bauabschnitt gar zurückgestellt worden.

Zurzeit sichtbar sind die Bauarbeiten im Bereich der mittleren Wengistrasse und entlang der Werkhofstrasse. Ebenfalls in nächster Zeit vorgesehen ist die Durchpressung der Rohre bei der Werkhofstrasse Richtung Untere Steingrubenstrasse. Von Norden her werden auch Peripheriegebäude der Altstadt erschlossen werden, ansonsten bleibt der Stadtkern aber «unberührt».

Verkauf gut, Potenzial vorhanden

Sandra Hungerbühler bilanziert schon heute positiv über das Fernwärmenetz: «Im Vergleich zum Vorjahr werden wir per Ende 2012 in der Stadt rund dreimal mehr Wärme liefern. Bisher haben wir 75 Prozent der verfügbaren Wärmeleistung an Kunden verkauft.» So erfolge die Lieferung der Wärme an diese Kunden kontinuierlich in den folgenden Jahren. Aber: Das Potenzial, so Hungerbühler weiter, bleibe trotzdem gross: «Der Verkauf ist noch voll im Gange.»

Als Abnehmer von öffentlich-rechtlicher Seite nennt Hungerbühler die kantonalen Liegenschaften, sowie Ambassadorenhof, Kantonsschule, beide Amthäuser, Baloise Bank SoBa, Kunstmuseum, Konzertsaal und die Schulhäuser Hermesbühl und Fegetz.