Rehateam Solothurn
Wo Menschen Krisen meistern lernen

Neben der gesundheitlichen Rehabilitation unterstützt ein Coaching das Bewältigen von beruflichen und privaten Krisen.

Gundi Klemm
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Eine Gruppe hat sich im Kompetenzzentrum an der Lagerhausstrasse zum gemeinsamen Gesundheits-Training eingefunden.

Eine Gruppe hat sich im Kompetenzzentrum an der Lagerhausstrasse zum gemeinsamen Gesundheits-Training eingefunden.

Gundi Klemm

Das Leben ist leider kein immerwährendes Paradiesgärtlein. Unfälle, Krankheiten und unterschiedlichste Beeinträchtigungen können uns Menschen aus der Bahn werfen. Der Berufsalltag erfordert ständige körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Ausbildungen und erworbene Berufsabschlüsse können in einem dynamisch sich wandelnden Arbeitsmarkt plötzlich wertlos werden. Wo findet sich Hilfe, um sich selbst zu justieren und mutig wieder neue Horizonte zu erschliessen? Nötig sind erfahrene, weitblickende Pilotinnen und Piloten, die es sich zur Aufgabe machen, mit Menschen unterwegs zu sein.

Das Rehateam Solothurn

Seit 2011 besteht als «Rehateam GmbH Solothurn» ein interdisziplinär ausgerichtetes Dienstleistungsangebot, dem von mehr als 100 ärztlichen Praxen in der Region Patientinnen und Patienten zur Behandlung zugewiesen werden. Dabei handelt es sich um Menschen aller Altersstufen, die infolge Unfall, vorübergehender oder chronischer Erkrankung des Bewegungsapparats wie auch zur Prävention von Altersbeschwerden fachliche Hilfe benötigen.

Sie sind eingeladen, im Kompetenzzentrum an der Lagerhaustrasse 1 in Einzel- oder Gruppentrainings, aber auch in Einzelbetreuung zu Hause mit auf den jeweiligen Fall zugeschnittenen physiotherapeutischen Mitteln wieder Fitness für das tägliche Leben zu erwerben.

Die Unterstützung des Rehateams und seiner acht Mitarbeitenden nehmen aber auch Firmen, Arbeitgeber, Soziale Dienste und Sozialversicherungen in Anspruch, um mit einem professionellen Case-Management für definierte Personengruppen deren Rückführung ins Arbeitsleben zu erleichtern. Mit einem ausführlichen Triagegespräch und einer engen individuellen Begleitung durch Fachpersonen in Beratung, Laufbahn- und Berufsplanung wie auch Arbeitsrecht werden der Klientschaft vielfältige Möglichkeiten aufgezeigt, um beruflich erneut im freien – nicht im geschützten – Arbeitsmarkt Fuss zu fassen.

Appell an die Selbstverantwortung

«Es geht etwa darum, nach Erschöpfungszuständen wieder Kompetenzen für Beruf und Leben aufzubauen», schildert Barbara Huber als Personalfachfrau FA und diplomierter Coach ILP an einem Beispiel Ziele dieser intensiven Begleitung.

Wichtig sei, den Menschen zu verstehen, in seiner Ganzheitlichkeit zu würdigen und ihm zu helfen, seine Ressourcen zu erkennen. In allen betreuten Fällen, bei einer Wiedereingliederungsquote um 60 Prozent, wirke auch der Appell an die Selbstverantwortung.

Weites Netzwerk

Unter der Federführung von Beatrice Lanz, diplomierte Sozialpädagogin, Sozialarbeiterin HFS und Case Managerin FH, hat sich das Rehateam Solothurn während der letzten Jahre ein umfassendes Netzwerk im ersten Arbeitsmarkt aufgebaut. Dank fundierter Kenntnisse der Wirtschaft sowie einer sorgfältigen Pflege der Arbeitgeberkontakte gelingen dem Team massgeschneiderte Lösungen bei der beruflichen Wiedereingliederung – insbesondere von Kunden der Sozialversicherungen.

Gegen Stolpersteine im Leben

Von privaten Interessenten wurde an das Rehateam wiederholt der Wunsch herangetragen, sich auch persönlichen und beruflichen Standortbestimmungen einer Selbstzahler-Kundschaft zu öffnen. Aufgrund ihrer dafür spezialisierten Aus- und Weiterbildung übernimmt Barbara Huber die Leitung der «Systemischen Beratung zur Entwicklung von persönlichen und beruflichen Zielen» als weiteren Geschäftszweig des Rehateams.

Zu diesem Coachingteam gehören Beatrice Lanz, die Juristin Nicole Buzzi di Marco und Bildungsfachmann Charles Bucher auf Mandatsbasis. «Wir stellen immer wieder fest, dass angesichts vielgestaltiger gesellschaftlicher Ansprüche sowie der verbreiteten Anspannung und Hektik ein Innehalten hilfreich ist, um berufliche und private Situationen wieder selbstbestimmt gestalten zu können. Das Gespräch mit einem unabhängigen Gegenüber kann zur Klärung beitragen», bekräftigt Huber.

Wem das Leben Wunden schlage, wer mit unterschiedlichsten Stolpersteinen im Leben kämpfe, der entwickle vielleicht sogar destruktive Verhaltensmuster, aus denen er sich allein kaum befreien könne. «Wichtig ist deshalb, mit verständnisvoller Unterstützung eine Standortbestimmung mit analytischer Gewichtung aller Puzzleteile in Beruf, Beziehung und Selbsterkundung anzugehen», kennzeichnet sie erste Schritte, um lähmende Konflikte zu bewältigen. «Unser Coaching bezweckt einen Prozess, der auf Lösungsorientierung und Selbstreflexion beruht», erläutert die dafür ausgebildete Fachfrau. (gku)

www.coachingteam-so.ch