«Doing! Doing! Doing!» Rauch steigt auf, das Intro von «Hell Bells» geht in den ACDC-Song über, ein schwarzes Tuch wird weggezogen. Da steht er: Der Backtisch, an dem Bäckermeister Albert Studer 1915 den ersten Solothurner Kuchen in seinem Betrieb an der Schmiedengasse 20 kreiert hatte. Eine zugegeben etwas pathetische Enthüllung, zu der die Suteria und die Immobilienfirma Home4you 130 Gäste an die Hans-Huber-Strasse geladen hatten.

Der Grund: Dort befindet sich die Suteria-Produktion und ein Verkaufsladen. Aber auch der Geschäftssitz von Carlos Vidal und Architekt Michael Sattler, die zusammen als Geschäftsinhaber von «Home4you» seit 13› Jahren im Solothurner Immobilienmarkt aktiv sind. Und schon manche «Trouvaille» in der Altstadt erworben und wieder auf Vordermann gebracht haben, darunter auch seit Anfang Jahr die Liegenschaft an der Schmiedengasse 20, wo seit dem 19 Jahrhundert eine Bäckerei bestand und noch heute die Suteria eine Filiale betreibt.

«Das ist eben der Kick beim Umbau von Altstadtliegenschaften», erklärte Sattler, «da kommt allerhand Spezielles zum Vorschein.» So der alte Backtisch im ersten Stock. Dieser, mit einer Marmor-Arbeitsfläche und einem ganzen Arsenal von Kuchenblechen ausgestattet, sei die Wiege des Solothurner Kuchens gewesen, erzählte der Architekt.

Eine Erfolgsstory, wie Michael Brüderli, CEO der Suteria seit 2014, betonte: «1975 begann mein Vorgänger Manfred Suter mit vier Angestellten an einem Standort. Heute sind es fünf, darunter in Olten und Langenthal, mit 90 Beschäftigten.» Ein Motor des Erfolgs neben den Truffes und Pralinen sei stets der Solothurner Kuchen – auch Solothurner Torte genannt – gewesen. Rund 40'000 Stück pro Jahr produziert die Suteria – alle von Hand gemacht.

Eine geschützte Marke

Wie das genau vor sich geht, zeigte Altmeister Manfred Manfi Suter gleich live an der Geburtsstätte des Solothurner Kuchens, den 1928 Studers Nachfolger Werner Suter – nicht verwandt mit Manfred Suter – erstmals als Marke schützen liess. «Die Rezeptur ist im Grundbuch der Schmiedengasse eingetragen.» Manfred Suter erneuerte den Markenschutz und erweiterte ihn auch für die Solothurner Torte. «Natürlich können wir heute nicht mehr die Zutaten von damals eins zu eins verwenden, genauso wenig wie die alten Bleche hier», lacht er. Doch noch immer hantiert er gekonnt mit dem kreisrunden, schaumig meringuierten Japonais-Boden, den abwechselnd luftig-leichten Crème- und Biskuitlagen und dem Deckel aus gerillter Haselnuss-Meringuage. Und die Banderole mit dem Suteria-Stern hat dem Kuchen längst den Status eines Solothurner Exportschlagers verliehen.