Hochsommer auf dem Dornacherplatz. Ein bärtiger Landwirt spritzt mit einem Kübel bedächtig Kuh für Kuh Wasser über die Flanken. 31 Stück Vieh, meist Red Holstein, stehen sauber geputzt in Reih und Glied.

«Jeder Leberberger Bauer durfte eine Kuh bringen», erzählt Werner Walter aus Riedholz, der die Viehschau für den Chästag organisiert hat. Die Bucheggberger Bauern, die sonst ihren Donnerstagsmäret auf dem Rossmarktplatz durchführen, haben den ganzen Chästag organisiert, zwei Thaler Kollegen, Erhard Probst aus Mümliswil und Paul Lisser aus Ramiswil, bewerten das Fleckvieh mit Kenneraugen.

«Punkte gibts für den Typ, das Fundament (die Beine), das Euter und die Zitzen», erklärt Probst. So also wird die «Miss Leberberg gekürt...

Der «Käsepapst» in Solothurn

Söili, Geissen, Alpakkas, Federvieh und ein Pony mit Sattel - aus dem Dornacherplatz ist ein einziger Streichelzoo mit Raclettestube geworden. In den Gassen der Vorstadt und um den Rossmarktplatz reihen sich die Attraktionen: Eine mobile Brennerei, Beizli und Stände mit durchaus nicht «chäsigen» Würsten oder Gebackenem.

Der Star an den Ständen ist jedoch der Käse. Riesige Laibe von nussigem Emmentaler, der rassige Chaux d'Abel aus den Freibergen und andere mehr locken zum Degustieren und natürlich auch Kaufen.

Chästag Solothurn 2013

Zwei- und Vierbeiner am Chästag 2013

Besonders stolz ist Kathrin Reichmuth von der gleichnamigen jurassischen Hofkäserei, sonst am Solothurner Wochenmarkt anzutreffen und schon zum dritten Mal am Chästag dabei. «Rolf Beeler, der Schweizer Käsepapst, war hier und hat sich umgeschaut. Bei uns hat er Ziegenkäse und auch noch andere Sorten genommen.» Tatsächlich, der Solothurner Chästag entwickelt sich zu einem eigentlichen Treffpunkt der Connaisseurs.

Der Ansturm des Publikums setzte schon über den Mittag ein, und Abends wirds besonders an einem solchen Spätsommertag in den Vorstadtgassen ohnehin eng. Zumal der Rossmarktplatz erstmals für den Busverkehr gesperrt war und zum Flanieren lud. So wälzt das OK bereits weitergehende Pläne. Pia Studer: «Vielleicht dauert der Chästag nächstes Jahr zwei Tage.»