Ökostrom

Wirtschaft soll in Sachen Energiewende nicht auf die Politik warten

Firmen sollen auf Ökostrom wechseln: Bundesrätin Leuthard plädiert in Solothurn für die Energiewende.

Firmen sollen auf Ökostrom wechseln: Bundesrätin Leuthard plädiert in Solothurn für die Energiewende.

Doris Leuthard war am Dienstag im Rahmen einer Energie-Konferenz zu Besuch im Solothurner Landhaus. Dabei machte die Bundesrätin klar: Sie setzt beim Ökostrom auf freiwillige Verpflichtungen.

«Wir sind am Anfang eines Prozesses», begann Doris Leuthard am Dienstag an der «naturemade energie arena 13» im Landhaus Solothurn ihre Rede zur Energiepolitik. Rasch kam die Bundesrätin auf den Punkt: Fukushima habe einen Gesinnungswandel provoziert – «jetzt muss die Politik nachziehen».

Dies, betonte sie, könne aber noch einige Jahre dauern. Denn es sei mit Referenden gegen Bundesbeschlüsse zu rechnen. Gerade deshalb legt Leuthard allen Firmen ans Herz: «Gehen Sie voran. Warten Sie nicht auf die Politik.» Ihr Credo besagt, man solle sich möglichst rasch an die neuen Zeiten anpassen, um einen Entwicklungsvorsprung auf die Konkurrenz zu haben.

Ähnliche Töne schlug Referent Erich Kalbermatter an: «Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit schliessen sich nicht aus.»

Vorbild Schweden

Stromeffizienz, Marktansätze und Zertifikate: An der «naturemade energie arena 13» drehte sich alles um nachhaltigen Gewinn von Elektrizität. Während Leuthard das Thema von der politischen Seite anging, sprach der schwedische Bundesbeamte Johan Karlsson über Zertifikate und Regelungen in seinem Heimatland: Dort seien grosse Stromkunden wie Firmen dazu verpflichtet, proportional zu ihrer Grösse gewisse Mengen an Ökostrom zu beziehen.

So gerate die Stromgewinnung automatisch in den Fokus der Wirtschaft, was die Entwicklung erneuerbarer Energieformen vorantreibe. Und: In den Markt werde so nur beschränkt eingegriffen.

Zertifikate für grünen Strom

Organisiert wurde die Tagung durch den Verein für umweltgerechte Energie (VUE). Zurzeit stammen zwölf Prozent der schweizerischen Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. VUE will diese klar deklarieren, um Transparenz zu gewährleisten und Anreize zu schaffen. Deshalb verleiht der Verein «Naturmade»-Zertifikate für Produzenten, die Strom aus erneuerbaren Ressourcen gewinnen.

Der Bund stehe hinter diesem Modell, so Leuthard. «Naturmade» sei «eine marktwirtschaftliche Unterstützung ihrer Energiepolitik». Mehrere Firmen sind bereits auf Ökostrom umgestiegen – und nicht nur KMU: Swisscom oder die Post brüsten sich beispielsweise auf ihren Homepages damit, in grossen Mengen «Naturmade»-Strom zu beziehen.

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