Sieben Parteien treten mit 123 Personen zu den Gemeinderatswahlen am Sonntag, 21. Mai, an. Mit besonders breiter Brust kommt die SP daher, die ihr Ziel, stärkste Partei zu werden, mit einer kompletten 30er-Liste unterstreicht.

Nicht geschafft hat dieses Ziel die FDP, die mit bisher neun Sitzen stärkste Partei vor der SP mit acht Mandaten ist. Sie legte eine Liste mit insgesamt 25 Namen vor.

Sogar zwei Kandidierende mehr, nämlich 27, meldet die CVP, wobei das Bild durch die Mitkandidatur von BDP-Mitgliedern wie Chris van den Broeke etwas verzerrt wird. Doch will die BDP nicht mit einer eigenen Liste antreten und so «die Mitte stärken», wo die CVP fünf Sitze hält. Vierte grössere Kraft sind die Grünen mit ebenfalls fünf Sitzen, die mit 18 Personen auf ihrer Liste antreten.

«Kleine» räuspern sich

Von den kleineren Parteien brachte die SVP (bisher zwei Sitze) nur eine schmächtige Fünfer-Liste zusammen, die Grünliberalen stellen einen glp-Gemeinderat, der zusammen mit der CVP-Fraktion zusammenarbeitet. Die grünliberale Liste wartet mit immerhin zehn Namen auf, und auch noch acht Kandidierende kann die Evangelische Volkspartei EVP vermelden, die vor vier Jahren gar nicht zu den Gemeinderatswahlen angetreten war.

Insgesamt bewerben sich damit 15 Personen mehr für einen Sitz im Gemeinderat als noch 2013. Und von den insgesamt 123 Kandidatinnen und Kandidaten gehören 23 bereits dem heutigen Gemeinderat an, bei zehn wieder Kandidierenden handelt es sich um heutige Ersatzmitglieder.

Aderlass bei der CVP

Ins Auge sticht vor allem die Rücktritts- und Wegzugwelle bei der CVP. Das langjährige Gemeinderätinnen-Trio Barbara Streit-Kofmehl – auch Vizestadtpräsidentin –, Katharina Leimer Keune und die nach Feldbrunnen weggezogene Susan von Sury müssen ebenso ersetzt werden wie Peter Wyss. Weiterhin dem Rat erhalten bleibt allerdings der jeweils bestgewählte CVP-Kandidat, Ständerat Pirmin Bischof.

Ebenfalls ein «Bundesberner» tritt bei der FDP mit Stadtpräsident Kurt Fluri an, der schon seit den Achtzigerjahren dem Gemeinderat angehört und der Dienstälteste aller Bisherigen ist. Natürlich wird sein Resultat auch ein deutlicher Fingerzeig für das Duell ums Stadtpräsidium am 2. Juli mit der SP-Spitzenkandidatin Franziska Roth.

Die SP muss lediglich die Rücktritte von Sylvia Sollberger und Parteipräsident Claudio Marrari kompensieren, bei den Freisinnigen sind während der Legislaturperiode Yves Derendinger und Bernhard Christen zurückgetreten. Nicht mehr aufstellen liessen sich die Bisherigen Esther Christen-Fröhlicher und Pro-Vorstadt-Präsident Martin Tschumi. Im Gegensatz zum Kantonsrat tritt jedoch der Präsident der Finanzkommission, Beat Käch, nochmals an.

Schwer dürfte dagegen bei der SVP das Nicht-Wiederantreten von Kantonsrat Roberto Conti wiegen, wogegen die Grünen bis auf Mariette Botta alle Bisherigen wieder am Start haben.

Comeback-Versuche alter Cracks

Bei den Grünen hats die ehemalige Poch-Angehörige Marguerite Misteli vorgemacht – sie kehrte nach längerem Auslandsaufenthalt wieder in den Gemeinderat zurück. Ebenfalls einige Jahre pausiert haben bei der SP Klaus Koschmann und Peter Fäh, nun versuchen sie ein Comeback in den Ratssaal.

Dies – und da (dienst)ältere Semester bleiben wollen – führt zu einem Durchschnittsalter der Kandidierenden, das mit 44 Jahren leicht über dem Wert von vor vier Jahren liegt – damals betrug der Durchschnitt 43 Jahre.

Auch ist das Feld mit deutlich mehr Männern besetzt als noch 2013. Damals waren 36 Prozent aller Nominierten Frauen, deren Anteil nun aber auf nur noch 27 Prozent geschrumpft ist. Innerhalb der einzelnen Parteien stechen die Grünen mit 50 Prozent Frauen und jene der Grünliberalen mit nur 10 Prozent Frauenanteil hervor. Auf den anderen vier Listen machen die Frauen zwischen 20 und 30 Prozent aus.