Solothurn
Wird Kredit angenommen, startet die Sanierung des Fussballstadions im Juni

Am 24. Januar kommt der Kredit zur Sanierung des Solothurner Fussballstadions vor das Volk. Es geht um über 1 Million Franken.

Judith Frei
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Sanierung Fussballstadion
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Das Tribünengebäude ist in der neuen Ortsplanung als schützenswert eingestuft.
Das Tribünengebäude ist in der neuen Ortsplanung als schützenswert eingestuft.
Die Tribüne muss aufgefrischt werden.
Auch als der Ergänzungsbau 1991 errichtet wurde, wurde das Erdgeschoss nicht saniert.
Das Erdgeschoss des Gebäudes soll neu organisiert werden.
Während des Umbaus wird das Material in einem Container gelagert.
Die Garderoben werden erneuert.
Die Anlage ist veraltet.

Sanierung Fussballstadion

Hanspeter Bärtschi

Wäre alles nach Plan des Stadtbauamts verlaufen, dann wäre man heute mitten in den Sanierungsarbeiten des Fussballstadions. Schon im Herbst 2019 wurde der Kredit für die Arbeiten im Gemeinderat beantragt, der Rat wies das Geschäft aber zurück. Es müsse zuerst der Vertrag zwischen dem FC Solothurn und der Stadt überarbeitet werden, bevor der Kredit bewilligt werden könne. Dass die Sanierung nötig ist, wurde jedoch von niemandem bestritten, Diskussionen löste allein der «ominöse Vertrag» aus, wie es der Sozialdemokrat Philipp Jenni formulierte.

Es ginge nicht an, dass der FC Solothurn – im Vergleich mit den anderen Fussballvereinen – privilegiert behandelt werde, sagt er während der Gemeinderatsitzung von Ende Oktober 2019. Dieser Rückweisungsantrag erstaunte Stadtpräsident Kurt Fluri, denn der FC Solothurn würde keinen direkten Vorteil durch die Sanierung erhalten. Die Leiterin des Stadtbauamtes gab zu bedenken, dass das Gebäude in einem sehr schlechten Zustand sei und es schlecht für die Bausubstanz sei, noch länger zuzuwarten. Trotzdem wurde der Rückweisungsantrag angenommen.

Das Dach lässt Regen rein und Wärme raus

Der ursprüngliche Vertrag wurde 1973 abgeschlossen, als die Stadt das Gebäude dem Fussballclub abkaufte. Die Sportkommission und der FC arbeiteten einen neuen Mietvertrag aus, der in Kraft tritt, falls das Gebäude renoviert wird. Als der Kreditantrag nun, ein Jahr später, wieder in den Gemeinderat kam, wurde er diskussionslos und einstimmig angenommen. Für den Gemeinderat ist es klar, dass das Gebäude dringend saniert werden muss.

Das Tribünengebäude wurde 1931 erbaut und auch bei der Stadionerweiterung von 1993 nicht saniert. Jetzt ist es in einem schlechten Zustand: Das Dach rinnt, der Verputz des Erweiterungsbaus blättert ab und die Wärme des beheizten Erdgeschosses des Tribünengebäudes verpufft. Das ist nur ein Teil des Schadenkataloges.

Diese Probleme sollen mit dieser Sanierung alle gleichzeitig angegangen werden: Die Gebäudehülle, die Warmwasseraufbereitung, die Oberflächen und die Umgebung sollen saniert und der Erdgeschossgrundriss neu organisiert werden. Berücksichtigt wurde, dass das Tribünengebäude in der neuen Ortsplanungsrevision im Bauinventar als schützenswert aufgenommen wird. Die baulichen Eingriffe wurden mit der kantonalen Denkmalpflege besprochen.

Während der Arbeiten wird weiter trainiert

Wird der Kredit an der Urne angenommen, werden die Bauarbeiten im Juni dieses Jahres beginnen und ein Jahr dauern. Während dieser Zeit ist der Trainings- und Matchbetrieb nicht eingeschränkt und läuft ordentlich weiter.

Die Kosten sind auf 2,8 Millionen Franken veranschlagt. Die Gemeindeversammlung hat schon einen Kredit von 200'000 Franken bewilligt und 1,5 Millionen Franken wurden in den letzten Jahren vorfinanziert. Folglich beläuft sich der noch zu finanzierende Betrag an die gesamte Investitionssumme auf 1,1 Millionen Franken.

Hinweis

Am 24. Januar wird wegen Corona eine Urnenabstimmung statt einer Gemeindeversammlung durchgeführt. An diesem Urnengang wird – nebst der Sanierung des Fussballstadions – über vier weitere Vorlagen entschieden.