Artillerie
Wird das Alte Spital Solothurn zu Kanonenfutter?

Lange Zeit hütete nur die vor zehn Jahren restaurierte Radgürtelkanone von anno 1889 die Krummturmschanze. Dann erhielt diese «Verstärkung» durch eine zwei Tonnen schwere 10,5-cm-Haubitze mit Schutzschild.

Wolfgang Wagmann
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Artillerieverein Solothurn und Umgebung stellt Haubitzen auf die Krummturmschanze
7 Bilder
Die 150 mm Haubitze in Warteposition die Feldkanone 75 mm entschwebt
Artillerieverein Solothurn und Umgebung die 150 mm Haubitze wird auf die Schanz gehievt
Die 150mm Habuitze wird vom Tiefbettaufleger geholt
die 105 cm Kanone ist angekommen vorne die Radgürtelkanone 1889
Artillerieverein Solothurn und Umgebung die 150 mm Haubitze wird auf die Schanz gehievt
Artillerieverein Solothurn und Umgebung die 150 mm Haubitze ist positioniert

Artillerieverein Solothurn und Umgebung stellt Haubitzen auf die Krummturmschanze

Doch jetzt wird auf der Bastion ein regelrechter Artilleriepark eingerichtet: Gestern wurden weitere fünf Geschütze über die Schanzenbrüstung gehievt. «Das Ganze war schon eine spontane Übung.

Aber zusammen mit den beiden vorhandenen Kanonen verfügt der Artillerieverein Solothurn und Umgebung nun praktisch über alle Modelle von gezogenen Artilleriegeschützen der Schweizer Armee im 20. Jahrhundert», freut sich Markus Reber, Turmschreiber und Aktuar des Vereins, über die Neu-Erwerbungen. Diese setzen sich zusammen aus einer Feldkanone 03/40 vom Kaliber 7,5 cm, einer Kanone 35 mit Hebevorrichtung, einer Haubitze 42 und einer Haubitze 46 (alle 10,5 cm) sowie einer grosskalibrigen 15-cm-Haubitze 42.

Erfolgreiche Bewerbung

Die Beschaffung der fünf Geschütze geht auf eine Bewerbung des Artillerievereins um so genanntes «historisches Armeematerial» beim Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS vor einigen Jahren zurück. «Nach einem aufwändigen Qualifikationsverfahren wurde unser Verein in die Kategorie A aufgenommen, der Museen, Traditionsverein und qualifizierte Sammler von Armeematerial umfasst.

Ein Leser wurde kreativ und hat der az Solothurner Zeitung diese Fotomontage mitsamt Kommentar zukommen lassen «Die Stadt Solothurn hat dem Verein ‹Freunde des recyclierbaren Industrieschrottes› für die dauernde Ausstellung seiner gesammelten Objekte endlich einen würdigen Platz zur Verfügung gestellt. Im Namen aller Mitglieder: Der Stadt Solothurn vielen Dank!»

Ein Leser wurde kreativ und hat der az Solothurner Zeitung diese Fotomontage mitsamt Kommentar zukommen lassen «Die Stadt Solothurn hat dem Verein ‹Freunde des recyclierbaren Industrieschrottes› für die dauernde Ausstellung seiner gesammelten Objekte endlich einen würdigen Platz zur Verfügung gestellt. Im Namen aller Mitglieder: Der Stadt Solothurn vielen Dank!»

az-Leser

Damit ist er berechtigt, vom Militär Material zu beziehen, das ausgemustert wird», so Markus Reber. In den letzten Wochen fand nun eine Abgabeaktion des VBS statt, und unter den alten Geschützen, bestehend aus Artillerie, Panzerabwehr Flab, Festungsartillerie und diversem Zubehör, waren auch die fünf Geschütze, um die sich der Artillerieverein beworben hatte. Damit wird die Schanze zu einem eigentlichen Artilleriemuseum, denn seit langem nutzen die Freizeit-Artilleristen den Krummen Turm als Vereinslokal, wo ebenfalls allerhand Kriegsmaterial zu Schau gestellt wird.

Es wird eng auf der Schanze

Dass der neue Artilleriepark nicht durchwegs auf Begeisterung stossen könnte, ist man sich im Verein offenbar bewusst. Markus Reber: «Natürlich kann man geteilter Meinung darüber sein, ob solches Kriegsgerät öffentlich zur Schau gestellt werden soll. Es dürfte aber unbestreitbar sein, dass die Geschütze einen grossen Teil der Bevölkerung faszinieren und damit eine interessante Lektion Schweizer- und Zeitgeschichte verbunden ist.»

Auch klar ist aber, dass das Alte Spital wegen seiner einwöchigen Veranstaltung «Sommerfilme» im August gar nicht begeistert von der neuen «Möblierung» der Bastion ist. «Die Kanonen werden an der Peripherie der Schanze aufgestellt», beteuert Reber, «der grosse Platz in der Mitte bleibt für das Open-Air-Kino und andere Events frei.»