Weissenstein-Schwinget
«Wir wollen hier oben bleiben – wir sind stolz auf das Weissenstein-Schwinget»

Gleich drei Gewinner gab es am 63. Weissenstein-Schwinget und dazu noch soviele Zuschauer wie nie in den letzten Jahren. OK-Präsident Michael Guldimann erklärt, was alles hinter so einem Anlass steckt.

Fränzi Rütti Saner
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Die Arbeit des Organisationskomitees hat sich gelohnt: Die Besucherinnen und Besucher genossen am Sonntag bei schönem Wetter die Atmosphäre beim 63. Weissenstein-Schwinget.

Die Arbeit des Organisationskomitees hat sich gelohnt: Die Besucherinnen und Besucher genossen am Sonntag bei schönem Wetter die Atmosphäre beim 63. Weissenstein-Schwinget.

Hans Ulrich Mülchi

Michael Guldimann, wie lange dauern eigentlich die Aufbau-Arbeiten für den Weissenstein-Schwinget jeweils?

Michael Guldimann: Wir haben anfangs dieser Woche mit dem Hinaufführen des Materials begonnen. Am Dienstag wurde das Festzelt für 800 Personen gestellt. Seither haben wir alles für den Festtag bereit gemacht.

Ein Schwingfest am Samstag. Ist doch eigentlich nicht üblich, oder?

OK-Präsident Adrian Guldimann

OK-Präsident Adrian Guldimann

Hanspeter Bärtschi

Seit wann organisiert eigentlich der Schwingclub Solothurn dieses Schwingen auf dem Berg?

Das ist die 63. Ausgabe. Im Jahr 1947 wurde es zum ersten Mal durchgeführt. Insgesamt viermal hat der Schwinget nicht stattgefunden. Bis 1999 fand das Fest auf dem «Bödeli» vor dem Kurhaus statt. Dann wechselten wir den Standort, und seither ist der Anlass stetig gewachsen.

Wie viele Leute kommen denn in der Regel zum Schwingen auf den Berg?

In den vergangenen Jahren hatten wir stets so zwischen 2500 und 3000 Besucher. Dass heuer gleich 4100 Zuschauer da waren, hat sicherlich auch damit zu tun, dass zwei Schwingerkönige aufeinandertrafen. Das ist ein Zufall, und deshalb haben wir 500 Plätze mehr auf der Tribüne bereitgestellt.

Sempach, Wenger, Bieri - die drei Sieger vom Weissenstein-Schwinget.
20 Bilder
Wenger Kilian voher
Wenger Kilian nachher
Gisler Bruno wartet auf Sempach Matthias
Gisler Bruno und Sempach Matthias
Dreikäsehoch bereit für Hoselupf
Gisler Bruno putzt sich raus fürs Schwingen
Der eidgenössische Schwingerkönig beim Autogrammeverteilen
Der Stein fliegt
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Anstehen fürs Glace

Sempach, Wenger, Bieri - die drei Sieger vom Weissenstein-Schwinget.

Thomas Ulrich und Tina Dauwalder

Ja. Die meisten arbeiten schon lange beim Weissenstein-Schwinget mit. Insgesamt sind es rund 200 Personen, die ihre Aufgaben erledigen. Nach drei OK-Stitzungen im Vorfeld hatten wir das Fest schon organisiert. Man muss ja das Rad nicht immer wieder neu erfinden.

Man könnte es sich ja auch einfacher machen und das Schwingfest in der Ebene durchführen. War das – besonders auch wegen des Ausfalls der Seilbahn – nie eine Option?

Wir wollten immer hier oben bleiben, obwohl uns der Wegfall des Bähnli vor grosse verkehrstechnische Probleme stellt. Aber der Weissenstein-Schwinget gehört mittlerweile zu den sechs Bergkranz-Schwingfesten in der Schweiz und darauf sind wir stolz. Dennoch – wenn die Seilbahn im nächsten Jahr wieder einsatzbereit ist, gehört der Schwingclub Solothurn wahrscheinlich mit zu den glücklichsten Solothurnern.

Schwingen ist immer beliebter, vor allem auch bei jüngerem Publikum. Können Sie das auch bestätigen?

Ja, gewiss. Früher galt das Klischee, an den Schwingfesten hat es nur Männer mit Stumpen. Heute kommen vermehrt junge Leute ans Schwingfest. Und was besonders auffallend ist: viele junge Frauen sind dabei. Besonders seit Kilian Wenger Schwingerkönig wurde.

Blickt man sich im Festzelt um, fällt auf, dass sehr viele regionale oder lokale Sponsoren mitmachen. Ist das Programm oder Zufall?

Das entspricht unserer Philosophie. Wir wollen vorwiegend mit einheimischen Sponsoren arbeiten, hier oben auch einheimische Produkte anbieten. Das war schon immer so am Weissen-stein-Schwinget, und das bleibt auch so.