Stadtbummel Solothurn
Wir wollen auch ein «Monosoly»

Andreas Kaufmann
Andreas Kaufmann
Merken
Drucken
Teilen
Aus Solothurn könnte man gut ein Monopoly machen.

Aus Solothurn könnte man gut ein Monopoly machen.

KEYSTONE

Auf die Oltner könnte man neidisch werden: Hat doch die Dreitannenstadt nun tatsächlich ihr eigenes Monopoly-Spiel. Sogar die Aare lässt sich offenbar als Grundstück einheimsen – fürs dazugehörige Hotel bräuchte es aber einen veritablen Weltklasse-Statiker. Da fragt sich der Stadtsolothurner empört, wann seinem schönen Aarestedtli eine solche Würde zuteil wird? Und über diese Regallücke im Spielzeugladen tröstet nicht einmal die Tatsache hinweg, dass man sich im offiziellen Schweizer Monopoly immerhin die Solothurner Hauptgasse für 140 Stutz unter den Nagel reissen kann. Dort bleiben dafür die Oltner aussen vor.

Apropos Hauptgasse: Da diese als «Zürich Paradeplatz» von Solothurn durchgeht, hätte sie auch im «Monosoly» ihre hohe, bei Mietern gefürchtete Rangierung. Und wehe, wenn das Hotel Krone einmal im Feld ist. Aber auch die Gurzelngasse würden beim Besitzer die Kasse klingeln lassen. Und am anderen Ende des Spielbretts, also am Anfang, wäre dann die Grenchenstrasse. Wenn übrigens ganze Strassenzüge – so schreiben es die Spielregeln vor – nur einzelnen Besitzern gehören, so zielt das Spiel nicht so schepps an der Realität vorbei. Kaufen lassen sich auch die Weissenstein-Gondeli, das Bipperlisi oder die RBS-Bahn. Ebenso wird man bei «Monosoly» womöglich unverhofft zum Aktionär der Regio Energie.

Bezahlt wird nicht mit Schweizer Franken, sondern mit Gutscheinen der Stadt- und Gewerbevereinigung – wobei mit der beendeten Spielrunde auch deren Gültigkeit verfallen könnte. Wer an der Prisongasse vorbeiflaniert, läuft durchaus Gefahr, dass er im Gefängnis ein «Päuschen» einlegt. Und ab hier wird das Spiel unrealistisch: Wer nämlich das «Los»-Feld passiert, kriegt einen stattlichen Batzen – einfach so.