Stadtbummel Solothurn
Wir tanken uns durch Solothurn

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Wenig attraktiv präsentiert sich der Uferplatz beim Kunstraum Medici.

Wenig attraktiv präsentiert sich der Uferplatz beim Kunstraum Medici.

Wolfgang Wagmann

«Tanke schön!» ist ja das Ferienmotto schlechthin. Auftanken, Batterien laden. Frische Luft gehört auch dazu. Und da hat eine Tankstelle derzeit klar die Nase vorn: Bei der Agrola am Anfang der Dammstrasse muss Schlangestehen in Kauf genommen werden, wenn es ums Aufpumpen all der Gummiboote, -tierchen und -matratzen geht, die bald darauf aareabwärts treiben. Luftschlösser haben wir noch nicht gesehen, wären aber der letzte Schrei. Gebaut werden sie ja in Solothurn seit Urzeiten, wohl das grösste, dem zuletzt die Luft ausgegangen ist, ist wohl die Wasserstadt.

Auftanken bei «Uhu»-Ferien lässt sich inzwischen nicht mehr bevorzugt auf «Balkonien», sondern entlang der Aare. Immer ein bisschen weh tut uns im Hochsommer das ungenutzte Potenzial eines Solothurner «Top-Places». Wahre Scharen von Kunstbegeisterten strömen ja tagtäglich ins ehemalige Kully-Haus, wo seit Jahrzehnten die Kunstgalerie Medici beheimatet ist. Nun, die Wahrheit ist eine andere: Ausser einer sehr gelegentlichen Alibi-Ausstellung fristet das Haus in bester Lage gegenüber dem Krummen Turm ein absolutes Dornröschendasein. Das Volk murrte schon damals und nannte den eher brachliegenden Kunsttempel «Lugihus».

Was nichts daran ändert, dass das Terrässli vorne am Aarestrand neben der Obach-Mündung eine Oase ist, wo sich für Schwimm-Freaks erst noch ein optimaler Aus- oder Einstieg findet. Leider musste nun noch die Weide auf der Plattform weichen, weil das Wurzelwerk dem Plättliboden übel zugesetzt hatte. Nun, die Sprayereien an der Rückwand machen auch nicht gerade «eine Falle» – vielleicht könnte man ja wirklich den Platz einladender gestalten, auch wenn dort vielleicht nicht gerade die Hafebar II en miniature entstehen kann.

Eine Tankstelle im Alltag können auch die Hinterhöfe der Altstadt sein. Viele sind leider öde und werden kaum gebraucht. Andere hätten viel Potenzial, das aber nicht genutzt werden kann. Wer erinnert sich nicht an das stilvolle Barockgärtli, das Marie-Thérèse Dörfler in den Neunzigerjahren hinter dem Hotel Krone hatte anlegen lassen? Eine Oase im Blütenmeer – zum Malen schön! Nun erstrahlt die «Couronne» in neuem Glanz, doch hinter dem Haus bleibt es immer noch bei einer leeren, ungenutzten Fläche. Die Stadt schüttelt den Kopf – doch besteht der Boden dort halt aus härtestem Juristenfutter.

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