Solothurn
«Wir sind hier und wir sind nicht wenige» – Juso will nach Brandanschlägen Solidarität bekunden

Am Samstag findet in Solothurn eine Platz-Kundgebung «gegen rechte Gewalt» statt. Juso-Präsidentin Tamara Funiciello wird vor der St. Ursenkatherdrale zu den Teilnehmenden sprechen.

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Auf dem Kronenplatz vor der St. Ursenkathedrale wird die Kundgebung der JUSO stattfinden.

Auf dem Kronenplatz vor der St. Ursenkathedrale wird die Kundgebung der JUSO stattfinden.

zvg/Kanton Solothurn

Die Juso Schweiz ruft zusammen mit der Juso Solothurn zur «Solidaritätskundgebung gegen rechte Gewalt» auf. Ausschlaggebend für die angekündigte Kundgebung waren die Brandanschläge vom Samstag auf Lara Frey, Präsidentin der Juso Solothurn, der SP-Präsidentin Franziska Roth und dem Amteipräsidenten der SP Solothurn Lebern, Philipp Jenny.

Die Vorbereitungen für den Anlass in Solothurn haben nicht lange gedauert, dennoch habe man einiges tun können, um die Menschen zu mobilisieren, betont Muriel Günther, Zentralsekretärin der JUSO und Verantwortliche der bevorstehenden Kundgebung «Die Kundgebung vom Samstag haben wir in den 1. Mai-Reden angekündet und unsere Mitglieder informiert». Erwartet werden rund 150 Personen.

Die Kundgebung

wird von 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr auf dem Kronenplatz vor der St. Ursenkathedrale stattfinden.

Bisweilen wird nur Juso-Präsidentin Tamara Funiciello das Wort ergreifen. Ob noch andere Personen sprechen werden bleibt offen.

«Pazifistischer Charakter»

Das Gesuch für eine Platzkundgebung wurde am Montag nach den Brandanschlägen durch die JUSO eingereicht. Bereits einen Tag später wurde das Gesuch von der Sicherheits- und Verkehrspolizei Solothurn genehmigt. Ein Umzug war nicht Teil des Gesuchs und würde laut Stadtpolizei auch nicht bewilligt. Demnach konzentriert sich die Aktion lediglich auf den Kronenplatz.

Laut Muriel Günther gehe es darum zu sagen: «Wir sind hier, wir sind nicht wenige!». Das Wichtigste sei es Solidarität zu zeigen. Die JUSO möchte mit dieser Kundgebung zeigen, dass sie sich einerseits mit ihren Genossinnen und Genossen in Solothurn solidarisieren, dass sie bei ihnen sind. Andererseits wollen sie damit auch das Zeichen an die Täter senden: «Nein, wir lassen uns nicht einschüchtern!», so Muriel Günther.

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«Hätte eine Anwohnerin den Brand nur 3 Minuten später bemerkt, wäre das ganze Haus in Flammen gestanden.»
Das ganze Haus habe den Knall gehört, sagt die SP-Kantonsrätin Franziska Roth. «Es müssten massive Böller gewesen sein.»

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SP Solothurn

Da bei solchen Auftritten immer ein gewisses Risiko für Ausschreitungen besteht, steht die Sicherheit aller Anwesenden im Vordergrund. Auf die Frage hin, wie die Sicherheit der anwesenden Personen bei einem Zwischenfall gewährleistet sei, gibt sich Günther gelassen: «Wir gehen nicht von einem Zwischenfall aus. Die Kundgebung soll pazifistischen Charakter haben und wir haben grundsätzlich Vertrauen in die Menschen.»

Laut den Auflagen und Bedingungen – gestellt durch die Polizei – hat der Veranstalter selbst für einen geordneten und störungsfreien Verlauf der Veranstaltung zu sorgen.

Warum «rechte» Gewalt?

Die Kantonspolizei gab kurz nach den Brandanschlägen vom Samstag bekannt, dass «offensichtliche Zusammenhänge» zwischen den Anschlägen bestehen, man aber nichts weiter sagen kann, da das reine Spekulation wäre. Sowohl das Motiv wie auch die Täterschaft sind weiterhin unbekannt. Die Polizei wolle sich an solchen Spekulationen nicht beteiligen, so Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn. «Ob die Sachbeschädigungen geplant waren oder spontan erfolgten, wissen wir derzeit nicht», führte Gribi weiter aus.

Die JUSO selbst vertritt eine etwas andere Meinung. Laut Muriel Günther gäbe es Hinweise, dass es rechte Gewalt war. «Die Vorgehensweise ist typisch dafür», so Günther.

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