Solothurn

«Wir machen die Welt, wie sie uns gefällt» – auf den Quartierspielplätzen gibts viel Action

Auf den drei Solothurner Quartierspielplätzen Güggi, Tannenweg und Villa 41 verbringen rund 80 Kinder eine spannende Ferienwoche mit viel Action. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Kindercoaches.

«Und wer will T-Shirts bedrucken?» Es war zu erwarten gewesen. «Iiiiig!» Die Hälfte aller Hände im Güggi-Versammlungsraum fliegen in die Höhe. Milena Adamo, die Leiterin des Vorstadt-Quartierspielplatzes, überlässt das Gros der Kinder der Obhut von Zoë Althaus. Die junge Frau hat schon tags zuvor am Tannenweg für T-Shirt-Euphorie gesorgt. Doch es gibt noch genug anderes zu tun für die 27 Kinder und 7 Kindercoaches sowie die Assistentin Nora Steffen.

Zum Beispiel die grosse, blaue Holzrakete auf dem Spielplatz zu bemalen oder die Korkzapfen-Burg fertig zu bauen. Für Milena Adamo soll aber keineswegs alles streng nach Programm verlaufen. «Es bleibt genug Zeit zum Tschutten oder um Spiele zu machen.» Ist doch das grosse Vorbild für die Aktivitäten der Aktionswoche das schwedische Kinderidol Pippi Langstrumpf, das stets nach dem Motto gelebt hat: «Wir machen die Welt, wie sie uns gefällt.»

Auf Spurensuche in der Weststadt

Etwas philosophischer ist der Ansatz von Gina Kirchner, die im Weststadt-Quartierspielplatz eine äusserst lebendige Schar von 25 Kindern leitet. «Damit sind wir an der oberen Grenze.» Zumal der ganze Betrieb recht dezentral aufgestellt ist. Gilt es doch Spuren zu entdecken - aber auch Spuren zu hinterlassen. Das darf die eine Gruppe an der Barackenwand, eine andere auf dem Boden des Eingangsbereichs, wo bald einmal gelbe Acryl-Raubkatzenpfoten per Schablone den Teer zieren. «Ein Jahr lang halten die mindestens», ist ein Bub überzeugt.

"Spuren kann man aber auch hören», verweist Kirchner auf eine andere Gruppenaktion, bei der Kinder mit verbundenen Augen Laute, ausgestossen von den Gspänli, identifizieren müssen. Aber auch ausserhalb des Spielplatzes geht es um das Beseitigen von Spuren – «zum Beispiel Abfall» – und um die Spurensuche etwa auf einer Schnitzeljagd. Und nicht zuletzt werden Naturspuren in Gipsreliefs verewigt.

Die Grossbaustelle an der Weissensteinstrasse

«Villa 41». Benannt ist der Quartierspielplatz Nummer drei an der Weissensteinstrasse nach der dortigen alten Villa in Stadtbesitz. Viel um die Ohren hat Leiterin Lis Dreier, denn ständig braucht ein Kind Werkzeug für die vielen Baustellen auf dem Areal. «Die Hütte dort drüben hat ein Dach erhalten, die Buben wollten unbedingt eins.» Nebenan erhebt sich ein raffinierter Kuppelbau, auf einem Tisch stapeln sich Eierkartons zur Umsetzung des Themas Turmbau. Auch eine Holzeisenbahn mit Harass-Wagen nimmt Formen an.

Der Regen am Dienstag? «Das war kein Problem», verweist Lis Dreier auf das grosse Metalldach, das die Stadt an der Villa-Wand angebaut hat. Ein Indiz für die seit 20 Jahren aktive Spielplatzleiterin, dass das einst befürchtete Ende der Villa noch nicht in Sicht ist. Vor ihr, im weitläufigen Garten, künden der Pizzaofen und die Brätelstelle von einer intakten Kinder- und Erwachsenengemeinschaft. Lis Dreier: «Wir kochen immer auf dem Feuer - auch wenn es mal regnet.»

Autor

Wolfgang Wagmann

Wolfgang Wagmann

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