Angekündigt für Samstagsabend war ein Anlass mit «pazifistischem Charakter»: Einerseits, um generell gegen rechte Gewalt die Stimme zu erheben. Andererseits aus Solidarität mit jenen drei lokalen SP-Exponenten, deren Briefkästen kürzlich von Unbekannten gesprengt worden waren. Und ein entsprechend friedlicher Anlass blieb es denn auch – unter Anwesenheit von einigen Stadtpolizisten.

157 Personen waren laut Facebook «interessiert» gewesen, dem Aufruf der Juso zu folgen, 30 meldeten ihre Teilnahme an. Weil zwischen Interesse und Teilnahme aber das garstige, nasse Wetter stand, folgten dann letztlich rund 40 Personen mit wasserfester solidarischer Entschlossenheit dem Aufruf. Bekannte Solothurner Gesichter aus dem sozialdemokratischen Lager waren am Anlass nicht zu sehen.

Briefkasten-Anschläge: JUSO kämpft mit Demo gegen Rechts

Briefkasten-Anschläge: JUSO kämpft mit Demo gegen Rechts

Dass mit den Briefkasten-Anschlägen auf SP-Politiker eine Grenze überschritten wurde, sind sich alle einig. Weil die Täterschaft aus dem rechten Lager kommen soll, hat die JUSO heute zur Demo gegen Rechts aufgerufen.

«Wenn ihr eine von uns angreift, greift ihr uns alle an.»

Dafür hatte sich die Schweizer Juso-Chefin Tamara Funiciello für eine Ansprache auf der St.-Ursentreppe nach Solothurn bemüht. «Man hat diesen Menschen klar gemacht, dass man weiss, wo sie wohnen und nicht davor zurückscheut, sie zuhause aufzusuchen», so ihre Schlussfolgerung aus den Vorkommnissen.

Der Anlass in Solothurn sei daher als «klare Ansage an die Täterschaft zu verstehen»: «Wenn ihr eine von uns angreift, greift ihr uns alle an.» Man lasse sich nicht zum Schweigen bringen durch eine «feige, hinterhältige Aktion von Halbstarken.»

Auch wenn die entsprechenden polizeilichen Untersuchungen noch andauern, kann von einer politisch rechten Täterschaft ausgegangen werden, was auch die Ausrichtung der Veranstaltung «gegen rechte Gewalt» nahelegt.

«Anschlag mit System»

Als «penibel geplant» stufte auch Funiciello den Anschlag ein. Und so stehe man wieder am «Scheideweg der Geschichte»: «Der Faschismus zeigt seine hässliche Fratze, nicht nur in den sozialen Medien – auch an der Macht.» Dies zeigten die Kräfteverhältnisse in verschiedenen Ländern wie Ungarn, Polen oder Italien. «Dagegen müssen wir ankämpfen. Denn dies kann nicht sein, was wir in der Gesellschaft wollen.»

Ausserdem richtete sie den Appell an die Justiz, die Augen offenzuhalten: «Hier waren keine Einzeltäter am Werk. Der Anschlag hatte System.»