Solothurn
Winter-Wunderland Weissenstein: «Sönnele» und «Langläufle» auf dem Solothurner Hausberg

Schöner kann ein Tag im Schnee nicht sein: Der Weissenstein präsentiert sich als magisches Winter-Wunderland, und wer den richtigen Riecher hat, wagt sich auf dem Solothurner Hausberg auf die Langlaufloipe.

Hans-Peter Schläfli
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Winter-Wunderland Weissenstein
11 Bilder
Wie es richtig gemacht wird, zeigt Daniel Werren vor
Wer sich noch nicht auf die Langlaufskis wagt, kann sich auf dem Bob vergnügen
Die erfahrene Langläuferin Marianne Chatzigeorgiou aus Wiler bei Utzenstorf stärkt sich mit einem Becher Tee.

Winter-Wunderland Weissenstein

Hans-Peter Schläfli

Immer der Nase nach: Wer die neuste Attraktion auf dem Weissenstein sucht, findet diese gleich neben dem monumentalen Misthaufen beim Sennhaus.

Mit «Nordic Zentrum» ist der Container angeschrieben, die topmodernen Langlaufskis im Rechen und der Wachstisch versprechen nicht zu viel: Hier ist ein Langlaufprofi am Werk. «Meine Frau Esther stammt aus Oberdorf», erklärt der Lenker Daniel Werren, wie er auf den Weissenstein gekommen ist. «Nach 25 Jahren Ehe hat sie mich als Berner Oberländer auf diese Idee gebracht ...»

Los gehts, und das Schwierigste gleich zu Beginn: Zum ersten Mal die Hand in eine Schlaufe der Stöcke einzufädeln, das ist eine intellektuelle Höchstleistung. Alles andere ist ein Kinderspiel.

Daniel Werren erklärt das «Langläufle» mit einfachen Worten und zeigt auf der Anfängerloipe gleich vor, wie es geht. Unter den Fittichen des früheren Junioren-Schweizer-Meisters aus dem Oberland ist auch der unsportlichste Unterländer nach wenigen Minuten bereit für die ersten Schritte mit den «Juflispriessen».

Das Wichtigste zeigt Werren, sobald der Schüler seine erste «Badewanne» in die Loipe gelegt hat: «Jetzt weiss ich endlich, wie man nach einem Sturz mühelos wieder aufstehen kann», sagt der Biberister Alain Siegenthaler. Dank den extrem flexiblen Bindungen ist es nämlich möglich, sogar auf dem Bauch liegend die beiden Skis wieder parallel in die Spur zu legen. Dann kniet man mit dem einen Bein und steht mit dem anderen auf. «Ich finde es wichtig, die Grundlagen korrekt zu lernen», meint Siegenthaler.

«Vor ein paar Jahren habe ich es einmal in den Ferien in Finnland auf eigene Faust versucht.

Aber wenn man falsch auf den Langlaufskis steht, verausgabt man sich nur unnötig. Jetzt, da ich weiss, wies geht, ist es richtig schön.»

Informationen

Das Nordic Zentrum ist von Freitag bis Sonntag geöffnet. Weitere Informationen, Kurs- und Mietpreise: www.werrens-art.com/nordic-zentrum

Langlauf macht mächtig Hunger – und alle Restaurants auf dem Weissenstein unterstützen Werrens Nordic Zentrum.

Der geheizte Container steht deshalb auch den Langläufern offen, die keine Ausrüstung mieten. «Ich habe schon lange darauf gewartet, dass es hier endlich wieder eine Loipe gibt», sagte Marianne Chatzigeorgiou, eine erfahrene Langläuferin aus Wiler bei Utzenstorf. Bisher sei sie nach Prés-d’Orvin gefahren. «Ich bin keine Leistungssportlerin. Ich will die Natur geniessen, und die Loipen hier sind perfekt für mich.»

Das Nordic Zentrum bietet Anfängerkurse für Kinder ab vier Jahren an. Ganz besonders beliebt ist es aber bei älteren Semestern mit bereits etwas steiferen Hüften und kürzerem Atem.

Denn das Beste kommt zum Schluss: Die Langlaufskis sind im Vergleich mit Carvingskis federleicht, und die kurze Wanderung zurück zur Bergstation ist auch am Ende eines langen Tages locker zu bewältigen.

Die Langlaufschuhe sind so bequem, dass man es locker noch ein Stündchen an der Schneebar beim Après-Ski aushalten würde.

Und damit ist bereits der einzige Mangel des Winter-Wunderlands Weissenstein offengelegt: Es gibt (noch?) keine Schneebar. «Wir haben ganz schlicht begonnen, um zu sehen, ob es die Leute anspricht», erklärt Daniel Werren.

Er ist optimistisch: «Vielleicht versuchen wir es im Sommer hier mit einem Bikerzentrum. Und im nächsten Winter wollen wir den Gästen noch viel mehr bieten.»

Dann setzt er sich ins Pistenfahrzeug und fährt ins Abendrot, um die drei Loipen mit einer Gesamtlänge von 12 Kilometern zu präparieren, die vom Sennhaus bis zum Berggasthof Hinterweissenstein führen.