Wir erleben gerade eine Wandlung sondergleichen: Ab heute schreiben wir Dezember! Auf den ersten Blick tönt das unspektakulär. Man muss im Alltag ab sofort beim Datum anstelle der 11 die punktierte 12 schreiben. Aber das ist immerhin ein kleiner Schritt weg von der heiligen Solothurnerzahl. Das Entscheidende ist aber nicht der Monatswechsel an sich, sondern der Gesinnungswandel der Menschen schlechthin. Das ist fast wie in den Wechseljahren. Doch hier sprechen wir von etwas viel Beängstigenderem, da es eben jährlich auftritt: Die Rede ist vom «Wechselmonat».

Zum Beispiel wechselt die Beleuchtung. Einfach so. Es ist Dezember und – schwupps – leuchten die vielen hundert Lichtlein unser städtischen Adventsbeleuchtung. Wie schnell das doch immer geht – eben noch dunkel und plötzlich ist alles hell und schön. Vom einen Moment auf den anderen. Da könnte man vor lauter Entzücken verzücken... wäre da nicht der Vorweihnachtsstress! Dieser ist nämlich eine Nebenerscheinung des Wechselmonats. Eben noch entspannt im November und – schwupps – ist man im Stress. Vom einen Moment auf den anderen.

Ich find das gut so. Denn der Wandel zum Stress gehört zur Vorweihnachtszeit wie die Wandlung zur Messe. Ich mag die vielen Leute, die in der Stadt herumwuseln (um hier auch mal was Positives zu sagen). Ich mag es, wenn kurz vor Ladenschluss ein gehetztes Gedränge entsteht, weil man noch zwei andere Läden abklappern muss. Ich mag es, wenn viele Leute in den Gschänklistress geraten, weil dadurch die Wirtschaft angekurbelt wird. So ist das nämlich. Den Namen gewechselt hat seit gestern das als gemeinhin bekannte «Bistraito». Ab sofort dinieren wir im «Gallo Nero» und wechseln vom Kafi zum Schianti. Wenn das Essen und die Bedienung gut sind, ist uns alles andere Wurst.

Wir Solothurner wechseln im Dezember vom Kofmehl in den Konzertsaal (wegen der vielen Weihnachtskonzerte), vom Buechibärger zum Chlausemäret, vom Schianti zum Glühwein, vom alltäglichen Seilziehen im Beruf zum vorweihnächtlichen Kerzenziehen, vom «Auto-Asphaltstand» zum «Winter-Wunderland». Wie schnell das doch immer geht – schwupps – und schon ist alles anders.

Fassen wir also zusammen: Szenenwechsel in den städtischen Schaufenstern, Wechselstrom bei der Weihnachtsbeleuchtung, Briefwechsel mit dem Christkindli, Wechselgeld beim Geschenke Kaufen – kurz und gut ein Wechselbad der Gefühle. Und das alles dank dem «Wechselmonat» Dezember. Voilà...