Frostig hart war der Boden im westlichsten Zipfel der Stadt, als man vor 17 Jahren mit einem Spatenstich den Wohnpark Wildbach begründete. Hart ist der grossteils noch unbebaute Boden bis heute, aber mehr symbolisch – und aus anderen Gründen. Ursprünglich sollte das Areal zweistöckig bebaut werden. Dann aber wurde eine Aufzonung auf vier Geschosse (Wohnzone W4) beschlossen – zur Freude der Investorin, der Schweizerischen Gesellschaft für Immobilien AG SGI in Zürich, und zum Ärger der so in den Gebäudeschatten gerückten Anwohnerschaft.

Viele Beschwerden trudelten 2014 gegen das aufgestockte Projekt bei der Stadt ein. Die Einsprecher stützten sich auf die Tatsache, dass vor der bald durchgeführten Ortsplanungsrevision eine Aufzonung im Gestaltungs- und Teilzonenplan unzulässig sei. Der Gemeinderat stellte sich hinter die Einsprecher, und bestätigte, dass der Abschluss der Ortsplanungsrevision kurz bevorstehe und dass man die Planung im Gesamtzusammenhang angehen werde. Weiter verzichtete sie, vorher auf die Einsprachepunkte materiell einzugehen.

Dies bewogt die Investorin, gegen den Gemeinderatsentscheid beim Regierungsrat Beschwerde einzureichen – mit Erfolg: Dieser gab ihr vor einem Jahr Recht gab. Darauf wiederum focht die Stadt den Entscheid beim Verwaltungsgericht an – und unterlag: Damit muss der Gemeinderat sich materiell mit den Beschwerden befassen, noch bevor die Ortsplanungsrevision zustandekommt.

Stadt lenkt ein

Gestützt auf den Regierungsratsbeschluss hält das Verwaltungsgericht fest, dass zwischen zwei Totalrevisionen durchaus Teilrevisionen zulässig seien. Ausserdem beurteilt das Verwaltungsgerichtsurteil die Aussage der Gemeinde kritisch, wonach die Ortsplanungsrevision «in vollem Gange» sei. In diesem komplexen Prozess mit Beschwerdemöglichkeiten sei ein verbindliches Datum kaum möglich.

Tatsächlich befindet sich die Ortsplanungsrevision gegenüber dem 2013 genehmigten Vorgehenskonzept im Hintertreffen: Nach der Grobterminplanung war die kürzlich abgeschlossene Mitwirkung fürs räumliche Leitbild bereits fürs erste Halbjahr 2015 angesetzt. Und die Genehmigung der Ortsplanungsrevision war fürs dritte Quartal dieses Jahres vorgesehen –aus heutiger Sicht mehr als unrealistisch. Weiter führt das Urteil den Widerspruch ins Feld, die Stadt habe mit dem Teilzonenplan des Gebiets «Weitblick» fast 19 Hektaren eingezont – ebenfalls ohne Rücksicht auf die Ortsplanungsrevision.

Wie Christine Krattiger, Leiterin des Personal- und Rechtsdienst, informiert, wolle man das Urteil nicht anfechten: «Der Gemeinderat wird alle Einsprachen materiell entscheiden.»