Solothurn

Wiehnachtsmäret ist längst ein Geheimtipp weit über die Stadt hinaus

Nicht nur der Glühwein fand am diesjährigen Wiehnachtsmäret im Kreuzackerpark reissenden Absatz. Die Verkaufszahlen bewegen sich im Bereich des Vorjahres.

Solothurn nennt sich gerne die schönste Barockstadt der Schweiz, hat seit kurzem landesweit das schönste Stadttheater und trumpft im Jahresverlauf mit viel beachteten Grossanlässen auf. Wenn man sich bei den Besuchern des Solothurner Wiehnachtsmärets am Wochenende umhörte, kann sich Solothurn bald auch unter die schönsten Weihnachtsmärkte der Schweiz einrei-hen.

Die schmucken Häuschen, die weihnachtlichen Dekorationen, der Blick auf die Aare und die St.-Ursen-Kathedrale begeistern ein Publikum, das im fünften Jahr des Bestehens des Wiehnachtsmärets offenbar aus allen Landesteilen anreist. «Die Besucher, darunter bereits einige Wiederkehrer, kommen aus den benachbarten Kantonen, aber auch aus dem Welschland und sogar aus dem Elsass. Eine Gruppe ist sogar mit einem Reisecar aus dem Bündnerland angereist», freut sich Ursula Steiner, die den Anlass zusammen mit einem kleinen Team jeweils plant und betreut.

Ein Hit: Solothurner Wysüppli

Den Glühwein, der die weihnachtlich gestimmten Besucher wie Fliegen anlockt, hat sie zu Hause angesetzt. Er schmeckt herrlich in der dunkelblauen Tasse, die man zu einem Mehrpreis als Erinnerung nach Hause nehmen kann. Auch die Bratwürste finden reissenden Absatz, ebenso wie das Solothurner Wysüppli von der Bürgergemeinde. «Es gibt Leute, die sagen, dass sie nur deswegen gekommen sind», lacht Isabelle Wyniger. Eine Besucherin habe sogar ein Tupperwaregeschirr mitgebracht und sich dieses füllen lassen. Ihr Komentar: «Mir gelingt die Suppe nicht so gut wie Ihnen.»

An den Stehtischen wird in aufgelockerter Stimmung diskutiert. Da und dort entdeckt man eine blaue Mütze mit einem gelben Pompon, die daran erinnert, dass nun wieder eine Seilbahn auf den Weissenstein fährt. Unter dem schützenden Dach der Gibs stehen zum ersten Mal auch Festbänke. Es besteht kein Zweifel, dass diese am Mittwoch rege benutzt wurden, als der Regen den Eröffnungstag vermieste. Geschäftsmässig ein Tag zum Vergessen, wie viele Aussteller betonen oder wie es eine junge Handwerkerin auf den Punkt bringt: «Ich hätte an diesem Tag das Haus auch nicht verlassen.»

Apropos vom Regen geschützte Sitzbänke. Martin Tschumi, Präsident der Vereinigung Pro Vorstadt, spinnt dazu bereits weitere Pläne: «Ich kann mir vorstellen, dass wir diesen Teil im nächsten Jahr ausbauen und Heizkörper aufstellen.» Damit käme man vor allem älteren Menschen entgegen. Doch an einem Grundsatz halte das Komitee fest: Das Essen und Trinken dürften nicht im Vordergrund stehen. «Primär geht es darum, dass die Aussteller ihre Waren anbieten können. Wir wollen auf keinen Fall ein zweites Märet-Fescht.» Für Tschumi ist das Anwachsen des Marktes durchaus ein Ziel, dürfe aber nicht auf Kosten der Qualität gehen. «Die Aussteller bieten hochstehende Qualitätsprodukte an, da hat der Ramsch keinen Platz.»

Vielleicht etwas zu spät?

Eine Umfrage bei den Handwerkerinnen und Handwerkern fällt überaus positiv aus. «Ich kann nur rühmen und bin glücklich, dass ich hier sein darf», sagt Theo Schild vom Häuschen mit dem hübschen Namen «Luter Glismets». Auch Adrian Padrun vom «Tropenlicht», auch «Herr des Lichts» genannt, kann nur rühmen. «Guter Absatz, gute Produkte und wenig Händler.» Einige Aussteller allerdings bedauern, dass der Weihnachtsmarkt nicht früher stattfindet: Sie bekommen immer wieder zu hören, dass die potenziellen Käufer ihre Weihnachtsgeschenke bereits gekauft haben.

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