Region Solothurn Tourismus

Wieder mehr Logiernächte: Solothurner Hotellerie ist vom Wachstum geprägt

Michael Hug (links), Präsident von Solothurn Tourismus, und Jürgen Hofer (Direktor).

Der Wachstum prägte den regionalen Tourismus auch im vergangenen Jahr: Die Solothurner Hotellerie verzeichnete einen Zuwachs von 3.8 Prozent.

87'170 Logiernächte – eine Kennzahl, die Jürgen Hofer als Direktor von Region Solothurn Tourismus (RSOT) an der Generalversammlung genüsslich verkünden konnte. Damit erzielte die regionale Hotellerie 2016 einen Zuwachs von 3,8 Prozent.

Im Vergleich: Schweizweit betrug das Wachstum 0,9 Prozent. Zusammen mit der Parahotellerie generierte die Region im vergangenen Jahr 128'109 Logiernächte, was einem Zuwachs von 6,3 Prozent entspricht. Dies dürfte nicht zuletzt auf das «super Resultat» des TCS-Campingplatzes zurückzuführen sein.

Auch sonst schlug der touristische Pulsmesser im 2016 nach oben aus: So führte das Tourist Office 1447 Stadtführungen durch – 2,1 Prozent mehr als im Vorjahr. 22'453 Interessierte nahmen teil.

Zentral und doch am Rand

«Ich habe mein erstes Lehrjahr als Stift im Tourismus hinter mir», resümierte der seit 2016 amtierende RSOT-Präsident Michael Hug. So lobte er das engagierte Team des Tourist Office und der Stadtführungen unter ebenso engagierter Führung Hofers.

Und dies bei herausfordernden Rahmenbedingungen: «Solothurn liegt als Tourismusregion zwar zentral – und steht doch am Rand.» – konkret: am Rande der Region Bern, aber auch des Gebiets Jura Trois-Lacs.

Gerade die Zusammenarbeit mit letzterer sei deshalb nun neu für die kommenden drei Jahre vertraglich verhandelt worden. Eine weitere Herausforderung sei die Digitalisierung: «Die Tourismusbranche wird von ihr durchgeschüttelt», sagte Hug.

So bestimmten Suchmaschinen und Bewertungsplattformen das Geschick der Tourismusdestinationen. «Es gilt daher: nicht jeden Gag mitmachen, aber auch nicht wichtige Entwicklungen verpassen.» Nicht zuletzt eine neue 50-Prozent-Stelle widmet sich genau dem Themenschwerpunkt Facebook und Instagram. «Man mag sagen, dass es dafür lange gedauert hat», erklärte Hofer. «Aber wir wollten es richtig machen.»

Ebenfalls kündigte er eine engere Zusammenarbeit mit den Kulturstätten an: «Es geht um Institutionen, die nicht nur zufällig vor dem Hintergrund einer schönen Stadt aktiv sind, sondern solche, die sich als Teil eines Kulturangebots begreifen», meinte Hofer.

Im Fokus behält der RSOT nach dem Gruppen- nun auch den Familien- und Individualtourismus. Dieser soll um weitere Angebote ausgebaut werden. Weiter lobte Hofer die positiven Entwicklungen in der Stadt, wie die Grossinvestition in den Kauf und Umbau der «Couronne» durch den Kanton und die Stadt: «Dies ist eine Public-Private-Partnership, die den Tourismus weiter bringt und sich in der regionalen Wertschöpfung niederschlagen wird.» Auch der Sanierung des Weissensteintunnels und der Entwicklungen beim Kurhaus Weissenstein blicke man mit Freude entgegen.

Aus dem RSOT-Vorstand verabschiedet sich nach sechs Jahren Chris van den Broeke. An seiner Stelle folgt Gabriele Bryant, die sich als namhafte Expertin im Hotellerie- und Tourismusmarketing einen Namen gemacht. hat. Weiter wurden Michael Hug, Hansjörg Boll, Roland Furrer, Beat Rüfli, Hans Weber und Anita Panzer als Vorstandsmitglieder wiedergewählt.

«Nicht nur die hohle Hand»

Grussworte von Stadtpräsident Kurt Fluri schlossen den Anlass. Neben den Frohbotschaften rund um den Weissensteintunnel und «La Couronne» erfreue ihn der Umzug des Klassikevents Classionata von Mümliswil nach Solothurn. Ebenso erhofft er sich «weniger Gschtürm» in der Frage um die Beiträge an kulturelle Zentrumslasten, die von den Gemeinden bisher nur auf freiwilliger Basis entrichtet wurden.

Durch eine von der Regionalplanung Repla aufgegleiste verbindliche Vereinbarung seien die Beiträge an mehrere Kulturinstitutionen in der Stadt mit einem Beitrag von rund 300'000 Franken nun für die nächsten vier Jahre gesichert.

«Aber die Stadt macht nicht nur die hohle Hand, sondern will auch etwas an die Region zurückgeben», verkündete Fluri daraufhin. Zumindest signalisierte er ungeachtet von dafür nötigen Gemeinderatsbeschlüssen Bereitschaft, mehreren Projekten jenseits der Stadtgrenzen einen Obolus zukommen zu lassen. Beispielsweise für die Tragluftdecke, die für ein allfälliges Winter-Freibad beim Sportzentrum Zuchwil finanziert werden müsste, oder ans sanierungsbedürftige Hallenbad Oberdorf.

Ebenfalls im Anschluss an den statutarischen Teil begeisterte der 24-jährige Freischwimmer Romano Mombelli durch einen Vortrag über seine Schweizer- und Weltrekorde. Sein persönliches 100-Kilometer-Projekt «Jura-Seen» zog er dann im vergangenen Jahr auf. Dabei durchschwamm er die drei Seen am Jurasüdfuss und genehmigte sich noch die Flussstrecke von Biel nach Solothurn – «als Desserli», wie er lässig bekannt gab.

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