Gleich zwei Neu-Überbauungen an der Westumfahrung stehen nächsten Dienstag im Gemeinderat zur Debatte. Es geht um die Freigabe der Gestaltungspläne für das alt- und bestbekannte Projekt eines neuen Coop-Centers auf dem ehemaligen Kofmehl-Areal an der Gibelinstrasse sowie um den Abriss der bisherigen Büro- und Fabrikationsgebäude auf dem Sauser-Areal am sogenannten «Jumbo»-Kreisel. Dort will die Eigentümerin, die Sasolim AG, eine Neu-Überbauung mit gemischter Nutzung realisieren.

1200 oder 1500 Fahrten?

Im vergangenen November hatte Raoul Stampfli, VR-Präsident der Sasolim AG seine Vorstellungen für das Sauser-Areal konkretisiert. Danach sollen die alten Gebäude an der Fabrikstrasse, wo unter anderen die «Öufi»-Brauerei eingemietet ist, bestehen bleiben. Der Trakt entlang der Westumfahrung in Richtung Bielstrasse soll jedoch abgerissen und neu überbaut werden. Geschäfts- und Verkaufsnutzungen wie sie auch angestrebt werden, bedingen jedoch eine Umzonung, oder - wie jetzt erfolgt - einen Gestaltungsplan. Gestützt auf dessen Bewilligung möchte die Sasolim AG erst dann auf die Investorensuche gehen.

Die Ausnutzungsziffer wird mit dem Neubau nicht erhöht und liegt ebenfalls bei rund 12 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche. Der 16,5 Meter hohe Neubau soll eine unterirdische Einstellhalle erhalten, deren Zufahrt über die Fabrikstrasse, die Wegfahrt jedoch über die Westumfahrung erfolgen soll. «Die Hauptherausforderung besteht darin, Spitzenbelastungen im umliegenden Strassennetz (Westumfahrung) beherrschen zu können», wird im Vorprüfungsbericht festgehalten. Maximal 1500 Fahrten könnten täglich erfolgen, ohne dass ein Umweltverträglichkeitsbericht notwendig wird; das Amt für Umwelt empfahl eine Selbstbeschränkung auf 1200 Fahrten - aus Gründen der Luftreinhalteordnung.

Die städtische Kommission für Umwelt und Planung empfahl keine zusätzliche Restriktion, sondern das grösstmögliche Volumen von 1500 Fahrten im Gestaltungsplan festzuschreiben. Die Diskussion in der vorberatenden Gemeinderatskommission GRK drehte sich genau um diesen Punkt, und dürfte im Gemeinderat eine Fortsetzung erfahren. Denn in der GRK scheiterte ein Antrag, von 1500 auf 1200 Fahrten zurückzugehen mit 4 zu 2 Stimmen bei einer Enthaltung.

Coop will weiterhin bauen

Trotz der langwierigen Vorgeschichte (vgl. Kasten) will Coop an seinen Plänen eines Einkaufcenters auf dem immer noch der Marti AG gehörenden Kofmehl-Areal festhalten. Der neue Shopping-Tempel soll maximal 6500 Quadratmeter Verkaufsfläche (davon 3500 für Coop, der Rest für Drittmieter) und weitere 9000 für die Parkierung aufweisen. Geplant sind 300 Parkplätze, wovon 50 Aussenplätze für das Personal. Die Baute soll 14 Meter Höhe ab gewachsenem Terrain aufweisen - sie war mithin ein Grund für Einsprachen aus der Anwohnerschaft gewesen.

Auch bei diesem Vorhaben wird ein Hauptpunkt das Verkehrsaufkommen und dessen «Verdaubarkeit» für die in Spitzenzeiten bereits überlastete Westtangente sein. Laut Gestaltungsplan dürften nicht mehr als 2395 Fahrten pro Tag erzeugt werden. Dennoch hält der Bericht zur Überprüfung der Verkehrszustände fest: «Eine Verlängerung des Rechtsabbiegestreifens bei der Gibelinstrasse wird empfohlen, um ein Einstauen zu verhindern.» Schon heute bestehende Probleme wie der Stau vor dem Gibelintunnel würden durch das geplante Einkaufszentrum «deutlicher akzentuiert».

Dennoch könne die Leistungsfähigkeit des Allmend-Knotens nachgewiesen werden. Das neue Coop-Center gilt als Spezialzone für publikumswirksame Anlagen mit Eintrag in den kantonalen Richtplan. Weitere solche Anlagen seien nach heutigem Planungsstand nicht vorgesehen, wird seitens der Behörden betont - so wurde ein weiterer Standort in der Planung «Weitblick» explizit gestrichen.

Warum doch unterirdisch?

Im Gegensatz zum Sauser-Areal war die GRK einstimmig der Meinung, den Gestaltungsplan Kofmehl-Areal so, wie er ist, dem Gemeinderat zur Genehmigung vorzulegen. Eine kritische Anmerkung gabs noch zur geplanten Teilunterkellerung, da ursprünglich wegen Altlasten darauf verzichtet worden sei. Das Stadtbauamt rechtfertige die geplante und von der Altlastenverordnung abgesegnete Versiegelung als «Gefahrenabwendung», die Schädigungen verhindern werde.