Ortsplanung
Wie soll die Stadt Solothurn anno 2030 aussehen?

Ein Etappenbericht der Ortsplanungsrevision zeigt die Entwicklungsschwächen und -stärken der Stadt Solothurn auf. Nun wurde der Bericht vorgestellt.

Andreas Kaufmann
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Ein Fokus der Ortsplanung: Die Stadtentwicklung im «Weitblick» soll zum Kitt, zum Bindemittel zwischen der West- und der Innenstadt werden.

Ein Fokus der Ortsplanung: Die Stadtentwicklung im «Weitblick» soll zum Kitt, zum Bindemittel zwischen der West- und der Innenstadt werden.

Hanspeter Bärtschi

Noch bevor die Gemeinderäte in ihre letzte Sitzung von 2016 einstiegen, war der Stand der Ortsplanungsrevision anlässlich eines Etappenberichts Thema. Rückblick: Nach der Stadtanalyse und dem Stadtentwicklungskonzept war dieses Jahr die Testplanung an der Reihe, die dazu dient, das räumliche Leitbild vorzubereiten.

In dieser zweiten Phase der Ortsplanung befindet sich der Prozess noch immer auf relativ grosser «Flughöhe», bevor dann mit Phase drei die konkreten Weichen in der Stadtentwicklung gestellt werden. Und so lieferte auch der Etappenbericht keine Antworten darauf, ob dereinst beispielsweise ein Hochhaus Solothurns zieren wird, oder ob die Wasserstadt doch noch erwartet werden darf.

Es gibt Verbesserungspotenzial

In der aktuellen Testplanung hatten drei interdisziplinäre Teams aufzuzeigen, welche Stärken und welche Schwächen in der räumlichen Stadtentwicklung vorliegen und welche Vorschläge geeignet sind, um die Entwicklungsziele bis 2030 zu erreichen. Vor den Teams Arge Ecoptima und Metron machte das Planteam S das Rennen. Dieses Gremium wird nun bei der Ausgestaltung des räumlichen Leitbilds mitwirken, obschon die Ideenvielfalt aus allen drei Teams für die weiteren Planungsschritte prägend seien.

Stadtpräsident Kurt Fluri unterstrich einleitend die Qualitätsmerkmale der Stadt wie den Steuerindex, den tiefen Leerwohnungsbestand, den hohen Grundstückwert im Altstadtkern, die positive Entwicklung der Hotellerie und allgemein die Stadt als lebenswerten Ort. «Das heisst aber nicht, dass kein Verbesserungspotenzial vorhanden wäre.» Und so haben sich denn auch die drei Teams nicht nur auf Stärken, sondern auch auf Schwächen – oder besser: Entwicklungspotenziale – konzentriert. Andrea Lenggenhager, Leiterin des Stadtbauamts, fasste die Schwerpunkte zusammen: Handlungsbedarf sehen die drei Teams bei der Lücke zwischen West- und Innenstadt, die ja durch die «Weitblick»-Planung geschlossen werden soll. Weiter sollen eine Vernetzung der Grünflächen und eine Verbesserung der Wege für Velofahrer und Fussgänger angegangen werden. «In der Stadt der kurzen Wege sollen alle Verkehrsteilnehmer die gleichen Chancen haben», so Lenggenhager.

Historisches Erbe der Stadt zugänglicher machen

So soll auch die bessere Zugänglichkeit zu den Bahnhöfen im Fokus stehen. Ferner wurde angeregt, den Austausch mit den Gemeinden zu stärken. Auch soll die Zugänglichkeit zum historischen Erbe der Stadt verbessert werden. Laut Lenggenhager könnten zum Beispiel Klöster quasi zu Parkanlagen werden. Weiter sollen die Quartiere in ihrer Identität gestärkt und vorhandene Baulücken geschlossen werden – dies aber, ohne eine flächendeckende Verdichtung anzustreben. Auch die Förderung der Grünstrukturen als Aufenthalts- und Nutzungsorte betonte Lenggenhager als Entwicklungspunkte.

Loretowiese als wunder Punkt

Kritik aus dem Publikum, das sich aus Gemeinderäten, Mitgliedern der Planungs- und Umweltkommission, sowie weiteren Beteiligten zusammensetzte, blieb nicht aus. Gemeinderat Beat Käch (FDP) bezeichnete die Idee des Siegerteams Planteam S, die Loretowiese zu überbauen, als «No Go». «Die haben wir in den Neunzigern für fünf Millionen ausgekauft, um sie zu schützen.»

Lenggenhager auf der anderen Seite verteidigte die Teams: «Es ist nicht professionell, diese Sache in der Öffentlichkeit auszutragen und die Arbeit der Teams gegeneinander auszuspielen.» Auch wenn die Jury den Vorschlag ohnehin zurückgewiesen hatte, sollte das Nachdenken darüber erlaubt sein, so die Botschaft seitens Stadt und Jury.

Wie geht es weiter?

Mitte Januar bis Mitte Februar wird die Mitwirkung online auf der Stadt-Webseite möglich sein, zwischen 23. und 27. Januar finden Mitwirkungsveranstaltungen in den Quartieren statt.

Bis Mitte März sollen die Erstellung des Mitwirkungsberichts und die Fertigstellung des Leitbilds erfolgt sein. Ziel ist es, der Gemeindeversammlung im Juni 2017 das räumliche Leitbild vorzulegen.