Solothurn
Wie erleben Marktfahrerinnen und Marktfahrer den «Märet»? – Wir haben uns umgehört

Der Märet in Solothurn lädt zum Einkaufen und Schlendern ein. Doch wie erleben die zahlreichen Standbetreiber den Markt? Wir haben nachgefragt.

Katharina Arni-Howald
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Impressionen Solothurner Wochenmarkt 2018
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Impressionen Solothurner Wochenmarkt
Impressionen Solothurner Wochenmarkt
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Impressionen Solothurner Wochenmarkt
Impressionen Solothurner Wochenmarkt

Impressionen Solothurner Wochenmarkt 2018

michelluethi.ch

Solothurn hat vieles zu bieten, was die Leute anzieht. Dazu gehört der Märet, der Einheimische wie auch Besucher von auswärts am Mittwoch und vor allem am Samstag in die Stadt lockt. Sei dies nun zum Einkaufen, zum Flanieren oder um auf einer Café-Terrasse das bunte Treiben zu beobachten. Mittelpunkt bleiben bei all dem aber die zahlreichen Standbetreiber, die es möglich machen, dass der Märet überhaupt stattfinden kann.

Wie wohl fühlen sich diese aber und wo drückt der Schuh, wenn überhaupt? Wir haben einige besucht und sie gefragt, wie zufrieden sie mit dem Service der Stadt, den Auflagen, mit denen sie konfrontiert werden, und der Kundenentwicklung in den vergangenen Jahren sind. «Wir geben uns Mühe, die Vorschriften einzuhalten und versuchen die Vorschrift, die Preise anzuschreiben, wenn immer möglich zu erfüllen», sagt Martin Reinhart, dessen Vorfahren auf den Märet kamen, als die Ware noch in Körben angeboten wurde.

Dass die Standgebühr in letzter Zeit erhöht wurde, stört ihn nicht. «Der Preis ist gerechtfertigt, wenn man an den zur Verfügung gestellten Stromanschluss denkt und die Arbeit des Reinigungspersonals vom Werkhof in Betracht zieht.» Dass sich immer mehr Touristen unter die Kunden mischen, freut den Rüttener: «Manchmal nimmt sogar einer ein Glas Konfitüre mit.»

«Die Leute kommen später»

Es ist morgens um acht Uhr, die meisten Marktfahrer sind bereits seit sechs Uhr anwesend. «Früher ging es um sieben Uhr los, heute wird es neun Uhr bis die Leute kommen», sagt Michael Siragusa und hat noch Zeit für einen Schwatz mit einem Nachbarn im Rücken, mit dem er sich bestens versteht. Was der italienischstämmige Händler sonst noch feststellt: «Damals bestand unsere Kundschaft mehrheitlich aus Italienern, heute sind die Schweizer in der Überzahl.» Von Vorteil sei es auch, wenn man ein bisschen Englisch oder Französisch verstehe, lacht er.

Nichts auszusetzen am Service der Stadt und der Polizei hat auch Regina Hohl. «Wir sind mit den Behörden sehr zufrieden», lobt die Attiswilerin. Dagegen sei es heutzutage oft schwierig, alle Kunden zufrieden zu stellen. «Unsere Produkte sind meist saisonal und aus eigener Produktion, aber auch auf dem Markt kann man heute fast alles kaufen, was uns zwingt, hie und da etwas dazu zu kaufen.» Ein Spagat, der nicht immer einfach sei.

Manchmal ein bisschen mehr Präsenz durch die Marktpolizei wünscht sich die Gartenfachfrau Annemarie Zumbach aus Huttwil. «Besonders am Mittag, wenn wir wieder in die Stadt fahren müssen, um die Ware aufzuladen.» Da komme es schon hie und da zu Konflikten. Weniger Präsenz am Mittag wünscht sie sich dagegen von den Stadtführern, «die mit ihren Leuten oft im Wege stehen.» Während die meisten Marktfahrer kaum etwas von einer Umsatzzunahme spüren, spricht Bernhard Wyss aus Leuzigen von «einer starken Zunahme». Auch er lobt die Arbeit der Polizei und des Werkhofs. «Wenn wir kommen, ist immer alles sehr sauber.»

Sorgen wegen des Märetfeschts

Elsbeth Lanz, derzeitige Präsidentin der IG Märet und bekannt für ihre «Züpfen» und die grosse Brotauswahl, beschäftigt sich zurzeit mit dem bevorstehenden Märetfescht, das bei den Standbetreibern immer wieder für Unzufriedenheit sorgt. «Es allen recht machen, das kann man nie», sagt sie und hofft, dass das neue, vom OK Märetfescht und der Polizei ausgearbeitete Konzept Ruhe in die Sache bringen wird. Es sieht vor, dass der Markt allein auf die Gurzelngasse konzentriert wird, wo für den Samstagmorgen das Mobiliar des Märetfeschts gänzlich weggeräumt werden muss.

Bei einigen Marktfahrern in der Hauptgasse, die ihren Stand nach Möglichkeit in der Gurzelngasse aufstellen sollen, löst auch diese Lösung nicht eitel Freude aus. Es wird weiterhin von Benachteiligung und Chancenungleichheit gesprochen. Eines schien am Samstag bereits klar: Viele Standbetreiber, die in den letzten Jahren am Märetfescht zu Hause blieben, werden dies auch in diesem Jahr tun. Darunter auch einige von der Gurzelngasse.