Heso

«Wie ein guter Wein: Die Etikette bleibt dieselbe, aber die Party wird von Jahr zu Jahr besser»

Wiedersehen macht Freude. Die HESO-Party ist wieder voll im Schuss. Das Erfolgsrezept: «Same procedure as last year» – dasselbe Prozedere wie im vergangenen Jahr.

In kleinen Grüppchen schlendern Teenager über die Fussgängerbrücke Richtung "Chronestutz". In beiden Händen je eine volle Flasche, gekauft am Bahnhof. An einem lauschigen Herbstabend um halb Neun kann das nur eines bedeuten: Die Heso-Party steht auf dem Programm. 

Dann schliessen die Tore der Messe. Eine handvoll Kantonspolizisten markieren vor dem Schanzengraben Präsenz. So soll der zu erwartende jugendliche Übermut schon im Ansatz ein wenig abgekühlt werden. Die grüne Wodkaflasche ist schon halb leer. "Den Hotdog mit Wasser herunterzuspülen ist langweilig", erklärt die junge Frau mit leichtem "Seitwärtsgang", die sich bei "Lotti's Chnoblibrot" verpflegt.

Sonst ist es nicht fair

Ein paar Meter weiter erklären die Heso-Organisatoren einem anderen Standbetreiber um halb Zehn in aller Freundlichkeit, dass er nun doch endlich schliessen solle. «Ich habe zwar Verständnis, dass es hart ist, den Stand zu schliessen, wenn die Leute Schlange stehen», erklärt Urs Unterlerchner, der Vorsitzende der Heso-Geschäftsleitung. «Aber das müssen wir jeweils am Anfang der Messe so machen, weil es sonst den Standbetreibern gegenüber nicht fair wäre, die die Gebühr für die Verlängerung bezahlt haben.»

Manche mögen es altmodisch und zielen mit einem Luftgewehr auf eine Plastikrose – und möchten mit dem Schuss eigentlich ins Herz der Angebeteten treffen. Und wenn das nicht gelingt, dann wird es sicher ein Lebkuchenherz vom Zuckerbäcker richten. Schliesslich ist das Leben süss und die Heso auch um halb Elf noch eine Art «Chilbi».

«Für heute ist genug»

Daniel Affolter sitzt mit seinem Team und ein paar Freunden noch ein wenig im Raclette Stübli bei einem Glas Weisswein zusammen. «Für heute ist genug, es war ein langer Tag», meint er um elf Uhr. Gegen Ende der Messe werde er aber sicher auch einmal im Night Style abfeiern. Affolter ist zufrieden. «Die Stimmung an unserem Stand war toll, die Besucher sind in bester Laune. Die HESO hat ausgezeichnet begonnen, so kann es weitergehen.»

Im Schwingerzelt stehen sich bereits um halb Zwölf die 25- bis 30-jährigen fast auf den Füssen herum. Auch der Red Grizzly Saloon, wo The Groove Bandits – wie immer im Sträflingskleidern – ihren legendären Rock'n'Roll für das Volk mit etwas älteren Jahrgängen spielt, ist zum Bersten voll.

«Machst du mir einen Papierflieger», quatscht um Mitternacht das Mädchen einen holden Jüngling in der immer länger werdenden Schlange vor dem Disco-Zelt an. Die grüne Wodkaflasche ist mittlerweile auf dem Berg aus Altglas gelandet, der neben der Ausweiskontrolle in den Nachthimmel wächst.

Wie ein guter Wein

Im Nightstyle begeistern derweil die Partyfürsten ihre Fans mit Schlagern und Evergreens. Einige der weiblichen Fans tanzen in einer solchen Ekstase, dass man schon fast Neidisch auf so viel gute Laune werden könnte. «Same procedure as last year» eben. Die Heso ist wie ein guter Wein: Die Etikette bleibt dieselbe, aber die Party wird von Jahr zu Jahr besser.

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