Es geht voran auf der Gross-Renovations-Baustelle Museum Altes Zeughaus in Solothurn. «Wir sind im Zeitplan», sagt der Verantwortliche des kantonalen Hochbauamtes, Hansruedi Trachsel. «Am spannendsten ist jetzt das Wieder-Verlegen der alten Tonplatten auf dem ersten und zweiten Stock», so Trachsel.

Man erinnert sich: Der noch im Originalzustand befindliche Tonplattenboden wurde vor der Renovation kartografiert, fotografiert, alle verlegten Platten sorgsam abgenommen, Stück für Stück durchnummeriert und aufbewahrt. So kann er wieder originalgetreu verlegt werden.

Jetzt ist es so weit: Bodenleger Agron Abdullah nimmt Tonplatte für Tonplatte vorsichtig zur Hand und verlegt sie neu. «Es ist wichtig, dass ganz exakt gearbeitet wird», sagt Trachsel, «sonst stimmt am Schluss gar nichts mehr. Es ist wie ein grosses Puzzle.» Tatsächlich ist gut sichtbar, dass die alten Tonplatten nicht etwa in einer geraden Linie verlegt werden. Im Lauf der Jahrhunderte haben sich die Platten nämlich leicht verschoben.

Neues Treppenhaus mit Lift

Die Bodenkonstruktion besteht aus einem Holzboden, darauf wurde eine Zwischenschicht aus Quarzsand und feinem Strohschrot verlegt, die sich relativ weich anfühlt. Damit wäre eine spätere Entfernung von schadhaften Platten gut möglich, erklärt Trachsel. Zum Kleben der Tonplatten wird ein Biokleber verwendet.

Ausgefugt wird mit Kalk, so wie das früher auch gemacht wurde. «Dem Kalk fügen wir etwas graue Farbe bei.»

Fertig erstellt ist auch das neu eingebaute Treppenhaus mit dem Liftschacht. Wer es nicht besser wüsste, erkennt auf den ersten Blick nicht, dass dies eine neue Installation ist. Steinstürze und Wandabrieb sind nach alter Manier ausgeführt. Im dritten Stock ist momentan ersichtlich, wie im Alten Zeughaus modernste Infrastruktur eingebaut wird. Sämtliche Leitungen für Lüftung, Elektronik und mehr werden in die Böden verlegt. «Im Januar kommen die Museumsgestalter zum Einsatz», kündigt Trachsel an.