Genau festzumachen ist das Datum nicht. Denn eine eigentliche Gründungsurkunde dafür liegt nicht vor. Doch die ältesten römischen Funde in Salodurum werden zwischen 15 und 25. n. Chr. datiert – und deshalb will Solothurn nächstes Jahr, 2020, sein 2000-jähriges Bestehen im grösseren Rahmen feiern. «Wir haben auch schon positive Feedbacks auf Ideen wie das eigentliche Stadtfest», kann Stadtschreiber Hansjörg Boll nach der Startphase für das Jubiläumsjahr feststellen.

Nun geht es für den OK-Chef ums Eingemachte: Das Konzept, ausgearbeitet von einem elfköpfigen Organisationskomitee, in dem Stadtpräsident Kurt Fluri die Gesamtverantwortung trägt, kann Boll nun am nächsten Dienstag dem Gemeinderat präsentieren. In der vorberatenden Gemeinderatskommission habe es keine Fundamental-Opposition gegeben. Einziger Kritikpunkt: Wie in der schon in Auftrag gegebenen Festschrift zu den letzten 200 Jahren Stadtgeschichte sei der Frauenanteil im OK gering.

Das Redaktionsteam der Festschrift wird zwar von der Direktorin der Zentralbibliothek, Verena Bider, geführt, weist aber sonst nur Historiker auf. «Nun werden für die einzelnen Bereiche Sub-OKs gegründet, und da rechne ich schon mit einigen jüngeren Frauen», verweist der Stadtschreiber darauf, dass das bisherige OK in dieser Form nur noch einmal zusammenkommen wird.

Für was es alles Geld braucht

Fast eine halbe Million wurde schon für die Festschrift gesprochen, nun soll nochmals eine Million dazukommen, um die Jubiläums-Aktivitäten finanzieren zu können. «Wir hoffen aber auch auf Einnahmen von rund 400 000 Franken», zählt Hansjörg Boll auf Haupt- und andere Sponsoren, Stiftungen, Beiträge des Kantons und Warenerlöse. «Identitätsstiftend» für die gesamte Bevölkerung und insbesondere auch die Jugend sollen die Festlichkeiten sein, die man zeitlich auf den Juni bis November legen will. «Wir möchten bestehende Anlässe wie das Märet-Fescht und andere nicht konkurrenzieren.

Aber bestehende Grossanlässe wie die Film- oder Literaturtage oder auch die HESO sollen durchaus unter der Affiche 2000 Jahre Solothurn mitlaufen können», verweist Boll auch schon auf das eigens kreierte Logo zum Jubiläumsjahr.

Im Wesentlichen wird es drei Termine mit stadteigenen Anlässen geben: den eigentlichen Jubiläums-Start für die Behörden am Freitag, 19. Juni 2020, und dann als Hauptakt für die Bevölkerung das historische Stadtfest am 7./8. August (vgl. Kasten). Am 4. und 5. September folgt der dritte Grossanlass für ein eher jüngeres Publikum: ein Konzert auf der St.-UrsenTreppe mit Gratiseintritt. Der erste Abend soll von einer Band mit gesamtschweizerischer Ausstrahlung bestritten werden, der zweite mit regionalen Gruppen.

Denkbar wären aber auch ein Theater- und Filmabend. Da zudem der Publikumsraum in der Hauptgasse limitiert ist, könnten Direktübertragungen auf anderen, grösseren Stadtplätzen ein Thema werden. «Vor allem beim Stadtfest und den geplanten Acts an den historischen Schauplätzen hoffen wir auf die Mitwirkung von regionalen Gruppierungen», erwähnt Hansjörg Boll Institutionen wie das Stadttheater oder die Mausefalle. «Und Römer hätten wir ja schon», verweist er lachend auf die Weihnachtsreise jeweils im Advent.

Ein Kunstsommer

120 000 Franken sollen aber auch als Sponsoring für ein Projekt von Dritten gesprochen werden: den sogenannten «Kunstsommer», der ab 20. Juni bis in den Sommer 2020 dauern wird. Ein eigentlich schon dieses Jahr von Reto Emch geplantes Kunstprojekt wurde so angepasst, dass es neu ins Jubiläumsjahr integriert werden kann. Die Grundidee der Organisatoren, des Kunstvereins und des Hauses der Kunst: Kunstschaffende intervenieren mit Installationen in sakralen und profanen Räumen der Stadt, die «vergessen gingen, ungenutzt, versteckt oder geschlossen sind, aber Neues entstehen lassen».

Ein weiteres Sponsoring der Stadt von 100'000 Franken soll in die Publikation «Von Salodurum zu Solothurn – ein Streifzug durch 2000 Jahre Stadtentwicklung» fliessen. Geplant von einem auswärtigen Autorenteam will die Stadt das Werk nicht neben der offiziellen Festschrift auch noch finanzieren, doch wird der Rothus Verlag es produzieren, sofern das erwähnte Sponsoring zustande kommt.

Mit diesen «Officials» endet das Engagement der Stadt im Jubiläumsjahr noch keineswegs: 100 000 Franken wären für Aktivitäten wie Quartier- und Schulfeste oder Sportanlässe vorgesehen, die unter das Label «2000 Jahre Solothurn» passen und entsprechend daherkommen. Und last but not least soll auch eine Sonderbriefmarke 2020 für die «legendäre» Stadt Solothurn werben. Die Post will mitmachen, den Antrag dazu muss die Stadt noch stellen.