Kulturm

Wie die Stadt durch seinen Sucher aussieht

Mit Patrick Lanz auf fotografische Entdeckungsreise durch Solothurn.

Mit Patrick Lanz auf fotografische Entdeckungsreise durch Solothurn.

Patrick Lanz hat besondere Winkel Solothurns fotografisch festgehalten und zeigt sie jetzt in einer Werkschau.

So simpel die Idee ist, so überraschend ist das Resultat. Was der Solothurner Patrick Lanz in den vergangenen Monaten in den Sucher seiner Spiegelreflexkamera geholt hat, ist nichts anderes als Solothurn in Reinform. Entstanden ist eine Fotoausstellung, die noch bis 20. Dezember im Kulturm jeweils während der Anlassöffnungszeiten zu sehen ist. «Entdeckungen in Solothurn» nennt sich die Werkschau des 35-Jährigen, und das aus gutem Grund.

Auf acht querformatigen Fotodrucken rückt Lanz ungewohnte Winkel der Barockstadt ins Bild, «nichts offensichtlich Bekanntes, und nichts, was schon 1000 Mal fotografiert worden wäre.» Mit einem Fuss wagt er sich in einem Bild auch über die politischen Stadtgrenzen hinaus. Der Betrachter findet keine Motive, die er auf Ansichtskarten finden würde, dafür solche, die ihm trotzdem – oder gerade deswegen – als unerwartete Entdeckungen ins Auge stechen.

Zielstrebig auf Motive zu

Nicht mehr als 20 Motive, die er speziell für die Werkschau geschaffen hat, standen zur Auswahl in die Werkschau. Lanz’ Bilder sind bewusst entstanden und nicht durch Zufallsschnappschüsse in Solothurner Gassen. «Nach dem Sammeln von Ideen bin ich zielstrebig auf die Motive zu. Ich drücke nicht einfach ab, sondern fange die Momente ein.» Die Ideen geholt hat sich Lanz mit offenen Augen durch Vorab-Erkundungen. «Ferner habe ich mich auch durch entsprechende Facebook-Gruppen wie ‹Du bisch vo Solothurn wenn...› inspirieren lassen.» Zudem habe er sich Ideen bei einer ehemaligen Stadtführerin geholt.

Die Ausstellung ist so gestaltet, dass sie zum Ratespiel einlädt: Erst hinter verdeckten Klappen erfährt man, welchen Solothurner Moment Lanz genau eingefangen hat. Noch vor dem Bilderraten jedoch entdeckt der Betrachter – ob er nun ein Schelm ist oder nicht – auf den zwei vorhandenen Schwarzweiss-Fotografien schon auch mal intime Körperformen, die sich aber beim Aufdecken der richtigen Lösung als Trugschlüsse erweisen. Betörend wirken Lanz’ Bilder durch satte Farben, durch historische Bezüge, thematische «Ahas», die dem Betrachter entfahren, oder durch starke Kontraste, die Lanz ohne Blitz einfängt. «Available Light» ist seine Devise, lediglich vorhandene Lichtverhältnisse zur Bildkomposition zu verwenden. Und auch von Photoshop lässt Lanz die Finger, wenn es um die Verlockung einer Retusche geht.

Seine Leidenschaft hat der hauptberufliche Informatiker vor acht Jahren entdeckt, «eine musisch-kreative Beschäftigung, die eine gute Abwechslung bietet», wie er sagt. «Angefangen habe ich mit einer guten, kleinen Kamera.» Und heute trifft man ihn für Auftragsarbeiten mit seiner Profiausrüstung auch mal an Hochzeiten oder anderen Anlässen an.

Homepage: www.patricklanz.ch

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