Rund 350 Gäste aus Politik und Wirtschaft haben am alljährlichen Energieforum der Regio Energie Solothurn im Landhaus teilgenommen. Unternehmer und Buchautor Rolf Dobelli hat zur Kunst des klaren Denkens referiert und die anwesenden Gäste sowohl angeregt als auch unterhalten.

Im Anschluss an sein Referat wurde der neunte Energiepreis der Regio Energie verliehen, und zwar an die Kehrichtverbrennungsanlage Kebag AG in Zuchwil. Sie entsorgt den Abfall aus 188 Gemeinden der Kantone Solothurn und Bern für insgesamt eine halbe Million Einwohner.

Für Nachhaltigkeit gewürdigt

Vor genau 40 Jahren startete die 1970 gegründete AG den Betrieb, seither kümmern sich die 60 Mitarbeitenden jedes Jahr um die Entsorgung von rund 220 000 Tonnen Kehricht. Unter Direktor Markus Juchli, so schreibt die Regio Energie, sei immer mehr darauf geachtet worden, umweltverträgliche, nachhaltige und ressourcenschonende Wege zu finden, wie der Kehricht verbrannt bzw. wie die aus der Verbrennung entstehenden Produkte genutzt werden können. Genau für dieses Engagement hat sich die Kebag AG heuer die Lorbeeren geholt.

So hat der Betrieb im Rahmen seines ökologischen Engagements in der Vergangenheit verschiedene Projekte realisiert und sich damit für die Reduktion von Emissionen und die Einsparung natürlicher Ressourcen eingesetzt: Bereits vor über 20 Jahren wurde die erste Fernwärme-Versorgung erstellt: 1994 für die beiden Firmen Scintilla und Sultex.

Heute ist das Fernwärmenetz grösser und erstreckt sich westlich von der Emme in Richtung Solothurn bis Zuchwil und östlich der Emme in Richtung Derendingen und Luterbach. 2011 baute die Kebag AG zudem eine Photovoltaik-Anlage mit 534 Quadratmetern Fläche und einer Leistung von 90 Kilowatt. Im gleichen Jahr realisierte die Kebag in einem weltweit erstmaligen Projekt eine Flugaschenwaschanlage mit Zink-Recycling. Die Rückgewinnung von Zink ist ein komplexes Verfahren, da die sich stets verändernde Zusammensetzung der Abfälle immer wieder Anpassungen im Rückgewinnungsprozess bedingt. Die Kebag hat dieses Pionierprojekt in die Hand genommen und kann seit 2013 jährlich rund 200 bis 250 Tonnen reines Zink aus der Asche filtern und zur Wiederverwertung verkaufen.

56 000 Schüler zu Besuch

2012 begann man ausserdem, aus der Kehrichtverbrennung Ökostrom zu gewinnen: Eine neue Hochdruckdampfkondensationsturbine generiert nun bis zu 21,6 Megawatt Strom. Mit Schulbesuchen klärt die Kebag die kommenden Generationen über Abfall, Littering und Konsum auf. Im Abfallunterricht wurden bisher 56 000 Schülern, vom Kindergarten bis zur Oberstufe, die Zusammenhänge von Abfall, Littering und Konsum veranschaulicht und so ein Bewusstsein bezüglich ihres Umweltverhaltens geschaffen.

Auch der Betrieb selbst wird für die umweltschonende Zukunft gerüstet: Nach über 40 Jahren läuft die Planung für eine neue Kehrichtbeseitigungsanlage, die auf dem Stand der Technik realisiert werden wird und sich der Wiederverwertung von Abfall, der nachhaltigen Energiegewinnung und der Versorgung der Region mit Fernwärme verpflichtet. (mgt)