HESO-Streichelzoo
Wie die Bio-Bauern wieder den Schanzengraben beleben

Die Bio-Bauern verführen das HESO-Publikum nicht nur kulinarisch, sondern auch mit Streicheleinheiten. Dazu gibts Bewegendes aus dem Ackerboden zu erleben.

Wolfgang Wagmann
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HESO Biobauern
6 Bilder
 Entstiegen aus dem Regenwurm.
 Wie die Regenwürmer wirken.
 Gäu Du machsch mer nüt!?
 Christian Riggenbach und Kathrin Niemetz engagagieren sich an der HESO bei den Bio-Bauern.
 Der Teig für ein feines Bauernbrot liegt bereit.

HESO Biobauern

Wagmann Wolfgang

Es ist beliebt, das Beizli der Biobauern im Schanzengraben – auch OK-Mitglieder und Aussteller treffen sich hier gerne nach dem Messeschluss noch zu einem «Schlumi». Weine vom Demeter-Gut Klus 177 in Aesch (BL) locken ebenso wie das Häxli-Bier der Familie Ackermann in Wolfwil oder auch ein Buure-Pansach mit Most. Sirup für die Kinder gibts vom Hof der Familie Schluep aus Schnottwil. «Wir brauchen zehn Tage lang je neun Personen für den Betrieb hir unten, wobei einige mehre Tage kommen. Um 19 haben wir Schichtwechsel» erzählt Kathrin Niemetz. Die Landwirtin vom Thaler Brunnersberg schmeisst den Laden als Restaurant-Chefin, zeigt den «Manne» im Team, wo der Most hingehört, während der erste Teig fürs Bauernbrot schon auf den Backofen wartet.

«Unsere Leute kommen von Bio-Betrieben aus dem ganzen Kanton und dem Kanton Baselland.» Auch Hamburger oder griechischer Hirtensalat mit Feta aus der Region ist im «Bure-Beizli» zu haben, das jeweils «open end» geöffnet ist. Angegliedert ist auch ein Infostand des WWF, wo dem jungen Publikum beispielsweise das Wirken der Regenwürmer nähergebracht wird.

Ausgemalte Regenwürmer

Ausgemalte Regenwürmer

Lea Durrer

Und immer lockt der Streichelzoo

Die braune Geiss ist zutraulich, das Mädchen zuckt zurück. Die Begegnung zwischen kleinen Menschen und Tieren gehört zur Faszination des Streichelzoos. «Wir erfüllen hier strenge Auflagen», betont Kathrin Niemetz, denn zuviel Stress will man den drei Säuli, zwei Zwergziegen und ebenso vielen Kälbchen nicht zumuten. Gerade mal eine halbe Stunde dürfen die Kleinen das Fell oder die Borsten kraulen, dann ist wieder eine Stunde Pause. «Wenn der Ansturm zu gross wird, kann diese auch länger dauern», so Niemetz.

Die drei Säuli sind übrigens die einzigen, die der «Viehbestand» der Stadt Solothurn zählt. Sie wuseln sonst auf dem Rosegghof der Familie Riggenbach herum. Diese spielt bei den HESO-Bio-Bauern eine sehr aktive Rolle. Denise Riggenbach ist jeweils für das Layout des Schanzengraben-Paradieses zuständig, ihr Bruder Christian für den Nachschub der Beiz. Dazu zeigt er mit einem «blubbernden», echten Ackerboden aus seinem Betrieb, wie die Erde mit eingestreuten Getreideresten «funktioniert.» Zu diesem Zweck hat er unter der 10-cm-Schicht Ackerboden kleine mechanisch betriebene Röllchen eingebaut, die für ein ständiges «Erdbeben» sorgen. «Das sind Zwerglein, die von unten die Erde hochstossen», versucht Riggenbach einem kleinen HESO-Besucher weiszumachen. Vergeblich, der Bub hat genau aufgepasst, wie der «Bio-Bauern-Mech» seinen Apparat erklärt.