Freiwilligenarbeit
Wie der Frauenverein auf sich aufmerksam machen will

«Engagiert, freiwillig» heisst der Slogan, mit dem der Schweizerische Gemeinnützige Frauenverein (SGF) als älteste Frauendachorganisation im Europäischen Jahr der Freiwilligen auf sich aufmerksam machen möchte.

Katharina Arni-Howald
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Der Vorstand (v.l.): Ulla Graf (Mittagstisch), Susann Meister (Haus Hirschen), Madeleine Simonet (Seniorentreffpunkt), Brigitte Marti (Fundgrube), Jolanda Mathys (Schülerverpflegung), Edith Ursprung (Präsidentin), Theres Fröhlicher (Finanzen), Priska Stalder (Haushilfe/Hauspflege), Jeannette Brönnimann (Vizepräsidentin/Aktuarin). Es fehlen: Jacqueline Stuber (Altersnachmittag) und Franziska Kiener Ritler (PR). ak

Der Vorstand (v.l.): Ulla Graf (Mittagstisch), Susann Meister (Haus Hirschen), Madeleine Simonet (Seniorentreffpunkt), Brigitte Marti (Fundgrube), Jolanda Mathys (Schülerverpflegung), Edith Ursprung (Präsidentin), Theres Fröhlicher (Finanzen), Priska Stalder (Haushilfe/Hauspflege), Jeannette Brönnimann (Vizepräsidentin/Aktuarin). Es fehlen: Jacqueline Stuber (Altersnachmittag) und Franziska Kiener Ritler (PR). ak

Solothurner Zeitung

Dazu hat er gute Gründe: Allein in der Schweiz werden pro Jahr rund 700 Mio. Stunden in die Freiwilligenarbeit investiert. Auch in der Sektion Solothurn engagieren sich seit 1888 idealistisch gesinnte Frauen für die Allgemeinheit und passen ihre Angebote laufend der Zeit an. Was diese beinhalten, kommt in der vom 13. bis 17. September dauernden «Freiwilligen Woche» im Haus Hirschen an der Hauptgasse 5 in einer vom Dachverband anlässlich seines 120-Jahr-Jubiläums lancierten Wanderausstellung zum Ausdruck (vgl. Kasten).

Zudem wird in vier Schaufenstern der Altstadt (Tourismusbüro, Hauptgasse 14, ehemalige Papeterie Schüpbach und Haus Hirschen) auf die verschiedenen Tätigkeiten aufmerksam gemacht. Die mit einem Rahmenprogramm ausgeschmückte Wanderausstellung unter dem Titel «Wir mittendrin» macht einen Quervergleich zu früher und zeigt auf, in welchen Sparten gearbeitet wurde und wird und was die Frauenvereine leisten.

Immer noch zeitgemäss

«Unsere Sektion ist mit ihren zeitgemässen Projekten nach wie vor sehr lebendig und dynamisch und keineswegs altmodisch», weist auch die Medienbeauftragte der Sektion Solothurn, Franziska Kiener, darauf hin, dass der SGF weit davon entfernt ist, ein Klub von strickenden Frauen zu sein. Im Gegenteil: Mit ihrer Schülerverpflegung in der Kantine der Kantonsschule und der Berufsschule leistet der Verein eine wertvolle Dienstleistung an die Gesellschaft.

Auch berufstätige Mütter lässt der SGF Solothurn, wie die Vereinspräsidentin Edith Ursprung betont, nicht allein: «Erst vor fünf Jahren haben wir ergänzend zur Tagesschule im Hirschen für gewisse Tage einen Mittagstisch für Schulkinder ins Leben gerufen.» Attraktiv dabei sei, dass man sich kurzfristig anmelden könne. Mit dem Engagement für die Jugend ehrt der Verein auch die Gründerfrauen, deren erste Handlung daraus bestand, eine Kinderkrippe zu gründen.

40 Teilzeitangestellte

Früh schon hat man sich auch um ältere Menschen gekümmert. Der Seniorentreffpunkt und die Altersnachmittage, an denen oft an die 40 Personen teilnehmen, sind beliebt und helfen mit, dass sich Menschen im Alter nicht allein gelassen fühlen. Geschätzt wird auch der Haushilfe- und Hauspflegedienst, der das Spitex-Angebot ergänzt. «Wir können nur die Grundpflege anbieten und arbeiten mit der Spitex eng zusammen», so die Vereinspräsidentin. Auf viel Interesse stösst aber auch die Fundgrube, deren Erscheinungsbild und Angebot sich ständig verändert hat. Als Besitzerin des «Hirschen» hat der Verein zudem die Möglichkeit, zwei Säle zu vermieten. Das Angebot wird von Vereinen und Privatpersonen rege benutzt.

40 Teilzeitangestellten im Stundenlohn stehen aktuell elf ehrenamtlich arbeitende Vorstandsfrauen gegenüber. «Jede betreut ein Ressort und trägt dafür auch die Verantwortung», erklärt Edith Ursprung. Um Kontinuität zu gewährleisten, ist der Verein darauf angewiesen, dass sich immer wieder Frauen zwischen 30 und 60 Jahren melden, die bereit sind, das begonnene Werk weiterzuführen. Die Frage, ob es in der heutigen Zeit überhaupt noch einen gemeinnützigen Frauenverein braucht, ist müssig: «Bei der unentgeltlichen Arbeit, die von Frauenvereinen für die Allgemeinheit geleistet wird, handelt es sich um einen Gegenwert von rund 50 Mio. Franken jährlich», steht in der Broschüre zur Wanderausstellung.

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