Kreuzacker

Wie aus vier Wochen vier Jahre werden

Das Strassenbett wartet noch auf den Deckbelag.

Das Strassenbett wartet noch auf den Deckbelag.

Der Platz vor dem Berufsschulhaus in Solothurn entwickelt sich zum Dauerärgernis - er bleibt noch mindestens zwei Jahre ein Provisorium.

Grienstreifen statt Asphalt auf den Trottoirs, ein verwaister Brunnensockel und gespaltene Granitplatten – der Platz vor dem Gewerbeschulhaus macht wahrlich «keine Falle». Was im Sommer 2008 noch als «vierwöchige Baupause» angekündet wurde, entwickelt sich zum Dauerärgernis. Denn auch der jetzige Herbst sieht keine Bauarbeiter auf dem Platz aufmarschieren, obwohl solches Benedikt Affolter, Chef Tiefbau, im Mai angekündigt hatte. Seine damalige Begründung: Bis zur Eröffnung des Bahnhofplatzes im letzten November hätten die Trottoirs beidseitig als provisorische Parkplätze gedient und deshalb die Instandstellung nicht zugelassen.

Nun stünden Lehrabschlussprüfungen bevor, und zusätzlich werde der Platz für das 100-Jahr-Jubiläum des Ruderclubs gebraucht. Das war im Mai. Ähnlich hatte es schon im Sommer 2008 getönt: Lehrabschlussprüfungen und das Eidgenössische Jugendmusikfest verhinderten laut Affolter damals die Fertigstellung des Platzes. Immerhin hatte der Chef Tiefbau zuletzt noch eingeräumt, dass eine längere Denkpause mit zur Verzögerung geführt hatte: Die Denkmalpflege räusperte sich zuletzt, man sollte den Platz in seiner jetzigen Form beibehalten. Also würde man diesen Herbst den Granitplattenraster sanieren, den Deckbelag auf der Strasse einbringen, die Trottoirs fertig stellen und den Brunnentrog wieder setzen. Eine Ansage ohne Wert, doch diesmal musste sich Affolter nicht mehr rechtfertigen: «Fragen Sie die Leiterin Stadtbauamt, Andrea Lenggenhager. Sie ist für das Projekt zuständig», wurde uns knapp beschieden.

«Da ist sehr viel Handarbeit dabei»

Die erste Aussage von Andrea Lenggenhager kappt alle Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Platz-Misere: «Das Projekt wurde auf 2012 verschoben.» Im Zuge der Budget-Bereinigung habe «sie grosse Kürzungen» vornehmen müssen, «und da wurde zuerst nach Projekten gesucht, die kein Sicherheitsproblem bilden.» Auch die ursprünglich angedachte und von der Denkmalpflege favorisierte Sanierung «eins zu eins» scheint im Stadtbauamt nicht mehr in Stein gemeisselt zu sein: «Wir prüfen verschiedene Varianten und sind am Rechnen.» Technisch sei eine Sanierung des Platzes «nicht so einfach», meinte Lenggenhager, «da ist sehr viel Handarbeit dabei.» Und weiter gab die Leiterin Stadtbauamt zu bedenken: «Heute wird der Platz ganz anders genutzt.»

Wenig Geld vorhanden

Geld für die Platzsanierung, also ein Kredit, sei da, hatte Benedikt Affolter im Mai versichert. Wie viel das ist, war auf dem Stadtbauamt nicht zu erfahren. Etwas Licht ins Dunkel brachte Finanzverwalter Reto Notter: Vom ursprünglichen Kredit «Umgestaltung Kreuzackerpark östlicher Teil» über 1,050 Mio. Franken waren bis Ende 2009 rund 831000 Franken für den Teil vom Platz bis zum Hotel Ramada ausgegeben worden, und ergo noch 219000 Franken vorhanden. Im Budget 2009 hatte man noch 250000 Franken eingesetzt gehabt – nicht gerade viel Geld, wenn man bedenkt, dass die zuletzt realisierte, massiv abgespeckte Variante des Dornacherplatzes noch über eine halbe Million Franken gekostet hatte. «Doch auch Kredite, die (noch) nicht aufgebraucht werden, entlasten das Budget, wenn Projekte verschoben werden», hält dazu Notter fest.
Kommentar rechts

Meistgesehen

Artboard 1