Der Spruch, den Eltern schon früher ihren Kindern auf den Schulweg mitgaben, ist aktuell wie nie zuvor: «Steig nie zu einem Fremden ins Auto.» Im Oktober bot ein unbekannter Autofahrer einem achtjährigen Mädchen in Biberist an, sie nach Hause zu chauffieren.

Im November fiel in Bellach ein Mann auf, der angeblich Kinder mit Süssigkeiten ins Auto zu locken versuchte. Gegen einen ehemaligen Oltner Stadtpolizist läuft zurzeit eine Strafuntersuchung, da er ebenfalls im November in Winznau ein neunjähriges Mädchen zu sexuellen Handlungen gezwungen haben soll. In Fall von Bellach hat die Schulleitung reagiert und die Eltern über den Vorfall informiert.

Präventives Merkblatt

Auch die städtische Schuldirektion richtet sich nun mit einem Schreiben an die Eltern – einerseits unter dem Vorzeichen aktueller Vorfälle, andererseits vor allem aber prophylaktisch: «Wir sind durch die anderen Fälle sensibilisiert und wollen die Thematik präventiv aufnehmen», informiert Schuldirektorin Irène Schori auf Anfrage. Ganz sicher gehe es nicht darum, dass aus sonst bestehenden Gerüchten Panik wird. Dies entspricht der Linie

Wie sag ichs meinem Kinde?

Das städtische Merkblatt fasst die wichtigsten Grundsätze zusammen – begonnen mit der Frage, wie die eigenen Kinder korrekt zu unterweisen sind. Angstmache solle dabei aber vermieden werden. Angezeigt sind die angemessene Distanz zu einem anhaltenden Auto. Einsteigen dürfe es auch dann nicht, wenn der Automobilist einen angeblichen Notfall in der Familie geltend mache.

Weiter ist hilfreich, wenn sich Kinder in Gruppen aufhalten und einen klar definierten Schulweg kennen – mit allfälligen «Schutzinseln», wo andere vertraute Menschen sind, an das sich ein Kind wenden kann. Des weiteren soll ein Kind wenn nötig wegrennen und lautstark signalisieren, wenn es sich bedrängt fühlt. Zudem soll es auch seinen vertrauten Personen mitteilen, wenn es Verdachtsmomente hegt.