Solothurn hat ein strukturelles Problem, um das es wohl die meisten Gemeinden im Kanton beneiden: Es nimmt viel zu viel Geld ein. Konstant. Praktisch Jahr für Jahr. Auch diesmal wieder. Gut 125 Mio. Franken waren es seit der Jahrtausendwende an Ertragsüberschüssen. Tendenz: Wohl kaum sinkend. Zumindest nicht in den nächsten Jahren – auch wenn die Steuervorlage vom 19. Mai angenommen wird.

Dieses «Damokles-Schwertli» könnte notorischen Steuersenkungsgegnern wie Stadtpräsident Kurt Fluri und den Linksparteien noch etwas Nebelwerfer-Munition liefern, um eine mit diesem Abschluss durchaus plausible Steuersenkung erneut zu bekämpfen. Doch Solothurn hat viele grosse Investitionen locker gemeistert und kann gar nicht so viel verbauen, wie es «vermag» – 55 Mio. Franken Vorfinanzierungen sind da ein schlagendes Argument. Natürlich gibt es noch durchaus Potenzial, den Apparat aufzublähen. Teilweise gar mit Notwendigem wie einem schlagkräftigen Stadtmarketing. Aber auch das wird das Perpetuum mobile Solodurensis nicht in finanzielle Schräglage bringen. Denn wo gute Steuerzahler hocken, kommen noch bessere dazu. Befeuert durch einen Steuerfuss von noch 100 Prozentpunkten. In spätestens zehn Jahren haben wir ihn. Wetten, dass?