Stellungnahme
«Westafrika»-Bemerkung stösst auf Empörung bei «Secondas Plus»

Die Organisation Secondas Plus Solothurn freut sich zwar darüber, dass die Stadt mit dem aufgewerteten Hauptbahnhof attraktiver wird n einer Stellungnahme kritisiert die Organisation aber eine Aussage von Walter Schöni, Chef Regionenpolizei.

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Die Organisation Secondas Plus Solothurn freut sich zwar darüber, dass die Kantonshauptstadt mit dem aufgewerteten Hauptbahnhof attraktiver wird (vgl. Berichterstattung zu «mehr Bahnhof» in der Samstagausgabe). In einer Stellungnahme kritisiert die Organisation aber eine Aussage von Walter Schöni, Chef Regionenpolizei, denn «gemäss den Bemerkungen bei der Eröffnungsfeier sind Menschen aus Westafrika grundsätzlich nicht willkommen in Solothurn.»

Damit, dass die Bahnhofbesucher nicht das Gefühl haben sollen, in Westafrika anzukommen, werde deutlich, welche Haltung bei der Polizei gegenüber Menschen mit einer anderen Hautfarbe herrsche. «Eigentlich würde die Aufgabe der Polizei darin liegen, Sicherheit zu schaffen und der Bevölkerung ein Gefühl der Sicherheit zu geben.»

Das subjektive Sicherheitsempfinden werde aber genau durch solche Bemerkungen stark beeinflusst und folglich müsste nun die Bevölkerung finden, dass jeder Schwarzafrikaner ein Sicherheitsrisiko darstellt. «Nimmt man die Verantwortung als Chef der Regionenpolizei wahr, sollte man sich nicht zu solchen Aussagen hinreissen lassen», betont «Secondas Plus» in ihrer Mitteilung. Dies besonders vor dem Hintergrund des Berichts der Eidgenössischen Rassismuskommission (ERK) 2010, der aufgezeigt habe, dass der Rassismus auch vermehrt bei Kontakten mit der Polizei wieder zunehme.

«Hass wird geschürt»

Rassismus bedeute, dass man einer bestimmten Gruppe aus einer bestimmten Gegend pauschal unterstelle, dass sie beispielsweise kriminell, gewalttätig oder Dealer seien. «Vor allem dunkelhäutige Menschen haben mit Klischees und Vorurteilen zu kämpfen und das auch, wenn sie einen Schweizer Pass besitzen und hier aufgewachsen sind.»

Secondas Plus Solothurn fordert die Verantwortlichen in der Politik und bei den Behörden deshalb auf, auf solche diskriminierenden und rassistischen Äusserungen zu verzichten und racial profiling zu bekämpfen. Die Folge sei nicht das erstrebenswerte höhere Sicherheitsgefühl, sondern die Bevölkerung werde zusätzlich verunsichert, «Hass wird geschürt und gewisse Gruppen von Menschen werden dadurch diskriminiert», glaubt die Organisation.

Vermehrte Kontrollen

Die Polizeiorgane rund um den Hauptbahnhof gehen seit einiger Zeit auch mit gezielten Razzien gegen Kleindealer vor, die öfters schwarzafrikanischer Herkunft sind. Ebenso finden Kontrollen statt, ob sich solche Personen überhaupt im Bahnhofgebiet aufhalten dürfen, oder allenfalls gegen ein für sie ausgesprochenes Rayonverbot verstossen. (mgt/szr)