Solothurn zeigt sich im Moment in gelb-schwarz. Die Farben der Filmtage leuchten von Plakaten, Lampen, Fahnen und aus Schaufenstern. Teilweise dekorieren aber auch schon die ersten Beizen, Coiffure-Salons und Geschäfte ihre Aushänge farbenfroh à la Fasnacht. Doch noch dominieren die Filmtage-Farben.

Ein Rundgang durch die Altstadt zeigt: Filmtage-Kleber prangen an zahlreichen Schaufenstern. Viele Ladenbesitzer haben die Filmtage zum Anlass genommen, das Motiv in ihrer Schaufenster-Gestaltung mit einzubeziehen. Die geschmückten Filmtage-Schaufenster lassen sich auf jeden Fall sehen. So hat zum Beispiel die Suteria extra einen Solothurner «Oscar» hergestellt. Das Geschäft Antiquitäten am Klosterplatz hat aus einem Filmtageplakat ein Faltboot gebastelt und Teddybären darin gesetzt (siehe Bildergalerie).

30 Betriebe im Filmtage-Look

«Das freut uns natürlich sehr!», sagt Stefanie Schüpbach, Projektleiterin Cinetour und zuständig fürs Marketing der Filmtage, im Hinblick auf die vielen in gelb-schwarz dekorierten Fenster. Die Gestaltung würden die Betriebe ja in Eigenregie vornehmen. «Wir stellen lediglich Plakate und Kleber zur Verfügung.»

Wie sie weiter erklärt, seien es in diesem Jahr 30 Geschäfte und Beizen, an die Werbe-Material verteilt wurde. Diese werden aber grundsätzlich nicht aktiv angefragt, ob sie Plakate und Kleber bekommen möchten oder nicht. «Wir schreiben nicht jedes Geschäft an», sagt Schüpbach. Die Betriebe, die ihre Schaufenster immer wieder mit Filmtage-Plakaten und -Klebern ausstaffieren, würden sich normalerweise im Vorfeld bei den Filmtage-Organisatoren melden. Man schicke ihnen auch Anfragen, wenn sie sich nicht gemeldet haben, ob sie wieder interessiert sind. «Ganz zu Beginn», so Schüpbach, «hat man alle Geschäfte noch angefragt. Aber jetzt hat sich das etabliert».

Geschäfte vermissen Kleber

Diese Handhabe ist scheinbar noch nicht bei allen Geschäften in der Altstadt angekommen. Wie eine Umfrage bei Geschäften mit Themen-Schaufenstern zeigt, vermissen einige den gelben Kleber «Film». So auch Urs Gysin, der in seinem Lederwarengeschäft an der St. Urbangasse ein Filmtagefenster zeigt. «Den Kleber hätte ich schon gerne gehabt», meint Gysin, der für die Filmtage selbst eine Hochzeitsszene vor der Kamera gebastelt hat. «Sehr filigran, fast ein wenig kitischig», so der Geschäftsmann. Einen Run an neuen Kunden hat er während den Filmtagen nicht festgestellt, «aber sicher ist mein Geschäft dank dem Schaufenster vermehrt aufgefallen.»

Dass der Kleber fehlt, ist auch für Sabrina Hintermann, Genossenschafterin vom «Spielhimmel» am Landhausquai, ein Wermutstropfen. Warum hat sie ein Themen-Schaufenster gestaltet? «Die Filmtage sind eine Supersache für Solothurn», meint Hintermann. Und deshalb habe man ein spezielles Themen-Schaufenster kreiert. «In der Auslage zeigen wir Spiele, die sich für eine Filmpause eignen.» Da das Landhaus ganz in der Nähe sei, habe man auch Kundschaft von den Filmtagen im Laden gehabt. «Besonders eine Kundin aus Basel war sehr begeistert über das Schaufenster und unser Geschäft.» Der «Spielhimmel» hat auch schon an den Literaturtagen ein Themen-Schaufenster gestaltet.

Kniffliger Wettbewerb

Themen-Schaufenster sind Tradition im «Chuchilade» an der Hauptgasse - vor Jahren war Bruno Ganz ein Thema gewesen und hatte sich im Geschäft für einen Fototermin gemeldet. Diesmal wartete ein kniffliger Wettbewerb auf die Schaufenster-Betrachter, galt es doch zehn bekannte Filme in einem «Concours Cinema» herauszufinden. Immerhin 77 Kundinnen und Kunden machten sich die Mühe, um Filmtagepässe zu gewinnen. Übrigens: Den gelben Kleber hatte der «Chuchilade» erhalten.  (ldu/ww)