Ferienpass
Wer wagt es, drei Meter hinabzutauchen?

In der Solothurner Badi wurden um die 30 Kinder zwischen 9 und 16 Jahren mit professioneller Hilfe in die Kunst des Tauchens eingeführt. Kinder, Eltern und Instruktoren waren von dem Angebot begeistert.

Simon Binz
Merken
Drucken
Teilen
Manfred Steinlechner gibt Aline Vuille Tipps für den Trip in die Tiefe. Manfred Steinlechner gibt Aline Vuille Tipps für den Trip in die Tiefe.

Manfred Steinlechner gibt Aline Vuille Tipps für den Trip in die Tiefe. Manfred Steinlechner gibt Aline Vuille Tipps für den Trip in die Tiefe.

Solothurner Zeitung

Bereit, in eine unentdeckte Welt einzutauchen? Im Rahmen des Solothurner Ferienpasses sammelten fünf Gruppen von jeweils sechs oder sieben Kindern zwischen 9 und 16 Jahren ihre ersten Taucherfahrungen im alten Herrenbassin. «Ich bin eine kleine Wasserratte, gehe gerne in die Badi und tauche viel. Ich habe im Fernsehen gesehen, wie Leute mit dieser Weste und der Gasflasche tauchen. Das hat mich sehr fasziniert und ich wollte es unbedingt selber versuchen, da kam mir der Ferienpass wie gelegen», erklärt Aline Vuille aus Zuchwil. «Natürlich habe ich mich gefreut, aber bin auch etwas nervös gewesen, mit dieser grossen Flasche am Rücken», so die Zehnjährige.

Alles fängt damit an, dass die Kinder sich zuerst einmal in den engen Neoprenanzug quetschen müssen. Ist dieses kleine Wunder vollbracht, folgen sofort die ersten Instruktionen. Es fällt auf, wie viel Freude es den Instruktoren bereitet, die Kinder ins Tauchen einzuführen. «Die Leiter machen es toll. Wie sie sich um die Kinder kümmern – da ist man sicher, dass sie in guten Händen sind», meint auch das Mami von Aline.

«Nase zusammendrücken, durch die Nase pusten»

Der Leiter im Wasser, das Kind auf dem Rand sitzend erhält es verschiedene Anweisungen. «Wenn du Druck auf den Ohren hast, dann musst du fest deine Nase zusammendrücken und durch die Nase pusten», erklärt Manfred Steinlechner, Technischer Leiter des Tauchclubs Solothurn, einem Nachwuchstaucher. «Wenn ich dir das Zeichen für o.k. gebe, musst du mir dies rückbestätigen mit demselben Zeichen. Das ist sehr wichtig» erklärt einer der anderen Leiter einem aufgeregten Kind. Es gibt mehrere Zeichen, die es benötigt, um sich unter Wasser zu verständigen. Ebenfalls wichtig zu wissen, wie mit dem «Schlauch», dem so genannten Drucklufttauchgerät zu atmen ist. So machen die Kinder erst einmal ein paar Trockenübungen, bevor es ins Wasser geht.

Ausgerüstet mit Schwimmanzug, Flossen, Tauchermaske, Gasflasche und der Taucherweste beginnt die Reise auf den Bassinboden. Zuerst einige Übungen im mit eineinhalb Metern weniger tiefen Becken. «Es ist gut, wenn die Kinder sich erst einmal an die Ausrüstung gewöhnen, bevor wir weiter runtergehen» erklärt Steinlechner. Ist dann einigermassen Sicherheit gewonnen, kann nebenan bis auf drei Meter getaucht werden.

«Es isch ä super Sach»

In der Tiefe wird auch für die Kamera posiert, was sich als gar nicht so einfach herausstellt, weil viele Kinder mit den Händen «rudern», um an Ort und Stelle zu bleiben. Danach wird noch die eine oder andere Runde geschwommen, und schon ist das Abenteuer Tauchen auch wieder vorbei.

«Du kannst jetzt eine warme Dusche nehmen. Dein Foto und das erste verdiente Taucherdiplom warten auf dich», sagt Steinlechner zu Aline, als sie aus dem Wasser steigt. Sie wirkt ein bisschen betrübt, weil sie kurz vor Ende abbrechen musste. «Mir haben die Ohren etwas wehgetan.» Schon begibt sich die nächste Gruppe ins Wasser, und Kinder, Eltern, Instruktoren, alle sind sich gleichermassen einig: «Es isch ä super Sach.»