Bevölkerungsstatistik

Wer nachrechnet, merkt: Solothurn ist die zweitgrösste Stadt im Kanton

Stadt Solothurn ist die zweitgrösste Stadt des Kantons.

Stadt Solothurn ist die zweitgrösste Stadt des Kantons.

Die Stadt Solothurn hat mehr Einwohner als Grenchen. Grenchen galt lange als die zweitgrösste Stadt im Kanton. Doch wer die Zahlen ein wenig genauer unter die Lupe nimmt, merkt schnell, dass dies ein Trugschluss war.

Mit dem zweiten und dritten Podestplatz punkto Einwohnerzahl ist es so eine Sache: Vergleicht man Äpfel mit Birnen, so landet die Barockstadt hinter Olten und Grenchen auf Rang drei.

Während nämlich Solothurn als Kennzahl die «ständige Wohnbevölkerung» fett schreibt, legen die Grenchner den Fokus auf die Totalbevölkerung. Das heisst: Asylbewerber und Wochenaufenthalter werden im Westen mitgerechnet, hier aber nicht.

Würde man so die ausgewiesenen Kennzahlen vergleichen, so gäbe es für Solothurn nur «Bronze». Bereinigt man aber die Statistik und vergleicht Äpfel mit Äpfeln, so reiht sich die Kantonshauptstadt auf alle Fälle vor Grenchen ein.

Bei der ständigen Wohnbevölkerung verzeichnet Solothurn per Ende Jahr 16 487 Einwohner gegenüber Olten mit 17 303 und Grenchen 16 282 Einwohnern. Und auch bei den total registrierten Einwohnern liegt Solothurn (17 053) vor Grenchen (16 728).

Schwund bei den Landeskirchen

Fürs vergangene Jahr verzeichnet Solothurn ein Nettowachstum von 121 «Neo-Solothurnern» oder 0,74 Prozent. Demgegenüber weist beispielsweise Grenchen mit 1,5 Prozent das doppelte Wachstum auf.

Der Ausländeranteil beträgt etwas mehr als 20 Prozent und ist damit minim rückläufig. Grenchen hat deren 32, Olten 27 Prozent. In absoluten Zahlen: In Solothurn leben 3306 Personen ausländischer Staatsbürgerschaft dauerhaft – genauso viel wie im Vorjahr: Am Bevölkerungswachstum haben sie also keinen Anteil.

Zwar sind von 177 Geburten 27 ausländischer Abstammung, gleichzeitig wurden aber 2013 58 Personen eingebürgert. Gestorben sind im vergangenen Jahr gesamthaft 178 Personen, davon 168 Schweizer.

Auffällig ist in der von den Einwohnerdiensten bereitgestellten Statistik der Mitgliederrückgang der Landeskirchen. Hierbei machen sich ausserdem ein leichter Zuwachs bei anderen Religionen und vor allem die um 4,5 Prozent gestiegene Anzahl an Konfessionslosen bemerkbar.

Der Anteil geschiedener Menschen ist in Solothurn angestiegen, demgegenüber gibt es prozentual weniger Ledige und Verheiratete. Auch fällt Jahr für Jahr bei der Jahrgängerstatistik der Knick zwischen den Altersklassen 10 bis 19 und 20 bis 29 auf.

Auf Anfrage kennt Stadtschreiber Hansjörg Boll keine abschliessende Erklärung. Es könne aber sein, dass das Phänomen mit dem Wohnangebot für Familien mit mehreren Kindern zusammenhängt, sodass diese tendenziell aufs Land ziehen und der Nachwuchs erst später zurückkehrt.

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