Studie

Wer kommt ans Filmfestival nach Solothurn? Wer geht nach Locarno?

Filmtage-Besucher und -Besucherinnen in der Reithalle in Solothurn

Filmtage-Besucher und -Besucherinnen in der Reithalle in Solothurn

Wie sieht ein typischer Besucher eines Filmfestivals aus? Die vier grossen Festivals in Locarno, Zürich, Nyon und Solothurn wollten es genauer wissen. Eine schriftliche Befragung bei 12140 Filminteressierten liefert jetzt die Antworten.

Das Interesse an Filmfestivals ist in der Schweiz gross, sehr gross. Zu diesem Befund gelangt eine repräsentative Erhebung, die vom Marktforscher Felten & Cie im Auftrag der Conférence des Festivals realisiert wurde. Danach erreichen die vier Festivals zusammen mehr als jeden vierten Bewohner des Landes oder gut 1,6 Millionen Schweizer und Schweizerinnen. Die Tendenz ist laut Studienautoren steigend.

529000 Personen haben in den letzten sechs Jahren eines der vier Festivals auch besucht.  Am meisten Besucher lockte mit 353000 Personen Locarno an. Mit 143000 Besuchern rangiert Solothurn auf Platz 2. Das junge Zürcher Festival folgt auf Rang drei. Locarno vermag auch mit Abstand das grösste Interesse bei Schweizer und Schweizerinnen zu wecken.

Frauen sind stärker interessiert

Interessant sind die geschlechtsspezifischen Unterschiede. Während Frauen sich stärker für Filmfestivals interessieren, gehen Männer eher hin.  Dabei zeigen sich auch hier grosse Unterschiede. Während das urbane Zürcher Festival überdurchschnittlich viele unter 34-jährige Besucher anzieht, ist in Solothurn die Gruppe der über 55-jährigen Frauen am besten vertreten.

Bildung und berufliche Position der Festivalinteressierten und der Besucher sind im Vergleich der Gesamtbevölkerung ebenfalls überdurchschnittlich hoch. Nach Solothurn zieht es danach Kadermitarbeitende besonders häufig, nur in Nyon, am Vision du Réel ist der Wert noch höher. Hier hat das auch am meisten Angestellte.

Progressive Klientel

Die 12240 Befragten definieren sich mehrheitlich als progressiv in ihrer Werthaltung. Die Besucher des Zürcher Festivals erreichen hier die höchsten Werte, jene des Festivals in Locarno die tiefsten. Die Zürcher sind auch am stärksten nach aussen orientiert, während in Solothurn die ehr Innenorientierten dominieren.

Vergleicht man das mit den Positionen, die andere Kulturevents haben, dann kommen den Filmtagen das Orange Cinéma, die Art in Basel und das Montreux Jazz Festival am nächsten.

Grossen Rückhalt in den Regionen

Zudem ist die Zielgruppe gesellschaftlich sehr engagiert und kulturell aktiv. Und sie surft auch auf der Kommunikationswelle vor dem Durchschnitt.

Die vier Festivals geniessen in ihren jeweiligen Regionen grossen Rückhalt. Am ausgeprägtesten ist er im Fall des Filmfestivals in Locarno. Am wenigsten ausgeprägt im Falle der Filmtage.

89 Prozent treiben Sport

Weitere Interessante Details über die Besucher und Besucherinnen von Filmfestivals, die die Studie zu Tage fördert: 37 Prozent spielen eine Musikinstrument, 89 Prozent treiben Sport, sie sind überdurchschnittlich an Politik interessiert und schauen am ehesten SF1 und SF2. (rsn)

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