Stadtbummel Solothurn
Wer kann uns das Aarewasser reichen?

Die Aare ist für viele Solothurnerinnen und Solothurner der Mittelpunkt der Stadt. Diese Woche haben wir ihr besonders viel zu verdanken.

Maria Brehmer
Maria Brehmer
Drucken
Teilen

Lea Durrer

Wasseranstoss. Haben ihn Immobilien, sind sie meist ziemlich teuer. Haben ihn öffentliche Orte, gibts ihn gratis. Der direkte Zugang zum Gewässer macht eine Stadt ungemein attraktiv – wer als Solothurnerin oder Solothurner einem Nicht-Solothurner von seiner Heimat erzählt, erntet oft neidische Kommentare: «Ihr habt es halt schon schön mit eurer Aare, die so direkt durch die Stadt fliesst.» Stimmt! Denn die Aare allein reicht nicht, davon können etwa Bern oder Aarau ein Lied singen. Wie privilegiert unser Stedtli in Sachen Aare-Anstoss für Bars und Restaurants ist, rief uns diese Woche eine kleine Auszeichnung in Erinnerung. Das «SolHeure» wurde von Schweiz Tourismus zu einer der schönsten Apéro-Lokalitäten der Schweiz gekürt. Weil «Feriengefühle» entstehen würden bei diesem fantastischen Blick auf den Fluss, heisst es in der Begründung. Stimmt!

Für einen Drink ins Solheure.
7 Bilder
Solheure – die Bar an der Aare
Es gibt Drinks....
... aber auch Häppchen.
Angebot im Sommer: «Grill & Chill»
Konzerte lockern das Beach-Leben vor dem Solheure auf

Für einen Drink ins Solheure.

Hanspeter Bärtschi

Wo Aarewasser ist, ist Leben – auch über die Form von Nachtleben hinaus. Die Solothurner Schwäne brüten wieder, und in gut einem Monat dürften wir den grau gefiederten Nachwuchs erwarten. Dass diese dann nur nicht zu sehr gestört werden bei ihren ersten Schwimm-Versuchen – dann, wenn auf der Aare in Sachen Böötle wieder Rushhour herrscht und sich Schlauchboot an Schwimmring reiht. Am Mittwoch nämlich entschied der Bundesrat, dass die 0,5-Promille-Grenze für Freizeitkapitäne wieder aufgehoben wird. Wer böötlet, muss also künftig nicht nüchtern, sondern lediglich fahrtüchtig sein. Prost!

Die Wassertemperatur liegt derzeit allerdings noch auf «Brrr»-Level, also erst knapp über zehn Grad. Da muss gut kälteresistent sein, wer Samstag in einer Woche zum Saison-Start der Badi ins ungeheizte Alte Bassin springt – viel Gelegenheit hatte dieses zum Aufwärmen bisher ja nicht. Wer lieber lukullischen Genüssen frönt, darf sich ein gastronomisches Bild des neuen Badi-Beiz-Pächters machen: Nach 20 Jahren Ära Ernst Schär kümmert sich diese Saison die Suteria Chocolata AG um die Verpflegung der Badi-Gäste. Wie eine feine und wärmende heisse Schoggi geht, wissen sie ja.

Nah am Wasser liegt auch die Flotte der Bieler Schifffahrtsgesellschaft beim Krummturm, augenscheinlich die aufgemöbelte MS Siesta. Ab morgen gilt der Sommerfahrplan, die Schiffe fahren also wieder. Nach zwei Monaten, 3000 Arbeitsstunden und rund einer Million Franken für neuen Belag und Anstrich ist aus der flippigen türkis-rosa «Siesta» im 90er-Look ein zeitgemässes, angepasstes weiss-blau-rotes Gefährt geworden. Das 28 Jahre alte Schiff wird auch diese Saison wieder Tausende Passagiere befördern. Ja, wir haben es halt schon schön mit unserer Aare.

Aktuelle Nachrichten