Solothurn
Wer ein gut erhaltenes Fahrrad will, muss früh aus den Federn

219 Occasionsvelos fanden am Samstag auf dem Kreuzackerplatz einen neuen Besitzer. Bereits um 9 Uhr morgens standen die ersten Velos an der Velobörse zum Verkauf bereit.

Katharina Arni-Howald
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Velobörse auf dem Kreuzackerplatz in Solothurn (März 2018)
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219 Fahrräder fanden am Samstag einen neuen Besitzer.
Mit rund 30 freiwilligen Helfern ging die Velobörse am Samstag erfolgreich über die Bühne.
Mit rund 30 freiwilligen Helfern ging die Velobörse am Samstag erfolgreich über die Bühne.
Mit rund 30 freiwilligen Helfern ging die Velobörse am Samstag erfolgreich über die Bühne.
Oldtimer waren dieses Jahr sehr beliebt, auch wenn sie etwas mehr kosten, als ihre moderneren Nachkommen.
Oldtimer waren dieses Jahr sehr beliebt, auch wenn sie etwas mehr kosten, als ihre moderneren Nachkommen.
Oldtimer waren dieses Jahr sehr beliebt, auch wenn sie etwas mehr kosten, als ihre moderneren Nachkommen.
E-Bikes dagegen wurden kaum verkauft, da niemand sagen kann, ob der Akku noch gut ist.
E-Bikes dagegen wurden kaum verkauft, da niemand sagen kann, ob der Akku noch gut ist.
E-Bikes dagegen wurden kaum verkauft, da niemand sagen kann, ob der Akku noch gut ist.
Insgesamt konnten der VCS und Pro Velo Solothurn einen Umsatz von 38'720 Franken generieren.
Insgesamt konnten der VCS und Pro Velo Solothurn einen Umsatz von 38'720 Franken generieren.
Davon gingen 33'173 Franken an die Verkäufer.
Den Gewinn werden die Organisatoren für Veloförderungsprojekte einsetzen.
Den Gewinn werden die Organisatoren für Veloförderungsprojekte einsetzen.

Velobörse auf dem Kreuzackerplatz in Solothurn (März 2018)

Hansjörg Sahli

Die Suche nach gut erhaltenen Occasionsvelos ist zweifellos etwas für Frühaufsteher. Bereits um 9 Uhr stehen die Drahtesel in Reih und Glied zum Kauf bereit, und es kommen ständig neue dazu. Das Ritual für all jene, die ihr altes Velo loswerden wollen, ist stets dasselbe: Velo bringen, Preis bestimmen, Formular ausfüllen und auf dem Platz deponieren.

Ob verkaufswilliger Velobesitzer oder potenzieller Käufer, jeder weiss mittlerweile: Velofahren ist gesund, schnell, ökologisch und kostengünstig. Darauf bauen Pro Velo Solothurn und der VCS Solothurn jedes Jahr, wenn sie mit 30 freiwilligen Helfern auf dem Platz stehen.

Oldtimer sind an diesem schönen Frühlingstag gefragt, und sie kosten meist etwas mehr als ihre moderneren Nachkommen. Trotzdem: «620 Franken sind zuviel», berät Philipp Biberstein vom «Fahradies» in Luterbach eine junge Frau. Eigentlich macht er eine Kaffeepause, aber die Menschenschlange vor seiner mobilen Werkstatt wird länger und länger. Man will genau wissen, ob das ins Auge gefasste Velo überteuert ist, Mängel aufweist und die Bremsen noch intakt sind. «Die Grundsubstanz ist gut und das Fahrrad völlig okay», stellt der Velomechaniker fest, und der junge Mann strebt zielgerichtet zur Kasse. Während sich die einen rasch entscheiden, harren andere auf dem Platz geduldig aus, denn sie wissen: Wenn das Velo bis 11.30 Uhr nicht verkauft ist, können sie auf eine Preisreduktion hoffen.

Die Qual der Wahl

«Dieses Cresta ist mega schön, aber es ist zu gross für mich», bedauert eine andere potenzielle Käuferin, während ein Ehepaar aus Recherswil, das zum ersten Mal die Börse besucht, nach einem Fahrrad für seinen Enkel Ausschau hält. Selbstsicher stellen Levi und Jakob ein ausprobiertes Kindervelo wieder in die Reihe. Die beiden Jungs sind sich einig: Dieses, ein bisschen exotisch aussehen-de Gefährt kann man nicht fahren.
Wo aber sind die E-Bikes, fragen wir Heinz Flück bei der Annahme, und er hat eine Vermutung: «E-Bikes sind schwer zu verkaufen, weil niemand sagen kann, ob der Akku noch gut ist. Das birgt ein gewisses Risiko in sich, denn ein neuer ist nicht billig.»

Schliesslich zieht Regula Aeppli vom VCS Bilanz. «Wir haben 345 (letztes Jahr 440) Velos angenommen und 219 (letztes Jahr 265) verkauft. Trotzdem lässt sich der Umsatz von 38'720 Franken sehen. Davon gingen 33'173 Franken an die Verkäufer. Den Gewinn werden die Organisatoren für Veloförderungsprojekte einsetzen. «Das Internet wirkt sich wohl auch hier aus», erklärt Heinz Flück den Rückgang.