Sie waren ein Hauptproblem für Einsiedlerin Verena Dubacher gewesen: frei laufende Hunde in der Verenaschlucht. Ihr Nachfolger oder allenfalls ihre Nachfolgerin - die Wahl erfolgt am 23. Juni - wird es besser haben.

Denn im kantonalen Nutzungsplan «Naturreservat Verenaschlucht» steht klipp und klar: «Insbesondere sind nicht gestattet: das Laufenlassen von Hunden.» Der damit verbundene Leinenzwang sei aber keineswegs eine «Lex Einsiedelei» erklärt, Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger: «Diese Bestimmung gilt für alle kantonalen Naturschutzreservate.»

Verboten wird aber im Nutzungsplan, mit dem sich der Bürgerrat Solothurn und auch der Gemeinderat Rüttenen zu befassen haben, sonst noch einiges. Reiten und Felsklettern beispielsweise, Campieren, das Bauen von Hütten oder das Feuer Entfachen ausserhalb der im Gestaltungsplan dargestellten Feuerstelle Martinsfluh.

Daneben aber auch das Sammeln von Pflanzen (einschliesslich von Pilzen), das Stören, Fangen oder Aussetzen insbesondere von Fischen in der Zettergrube, der Einsatz von Düngern aber auch - was eigentlich selbstverständlich sein sollte - «das Liegenlassen, Wegwerfen, Ablagern oder Einleiten von Abfällen inklusive Grün- und Gartenabfällen, Materialien und Flüssigkeiten aller Art.»

«Wir spielen nicht Polizist»

Wer aber soll all diese Vorschriften kontrollieren, durchsetzen und bei Widerhandlungen sanktionieren? «Wir setzen auf den gesunden Menschenverstand», appelliert Sergio Wyniger an alle Gäste der Verenaschlucht.

Der Einsiedlerposten sei jedenfalls nicht dafür bestimmt, versichert der Bürgergemeindepräsident, «wir spielen nicht Polizist.» Was auch anderswo schwierig sein dürfte. So bleibt das Befahren des Schluchtwegs mit dem Velo erlaubt - sofern dafür die Bewilligung der Gemeinde Rüttenen vorliegt.

Dagegen wäre das Herumkurven mit dem Mountainbike ebenso verboten wie das Befahren des Reservats mit anderen Fahrzeugen. Ausser - es diene genau festgelegten Ausnahmen wie dem Unterhalt der Wege und Baudenkmäler, dem Durchführen von Unterhalts- und Pflegearbeiten und der Nutzung für die Jagd und Fischerei, die erlaubt bleibt.

Grenzen werden neu gezogen

Wesentlich am neuen Naturschutzreservat sind aber auch dessen Grenzen, die neu gezogen werden. So ist das Gebiet des geplanten Waldparks Wengistein, für das eine spezielle Planung vorliegt, aus dem Reservat entlassen. Sergio Wyniger: «Wir haben noch überlegt, es drin zu lassen. Aber dann wäre der Waldpark in der geplanten Form nicht mehr möglich gewesen.»

Vollständig ausserhalb des Reservats liegen künftig auch die Kaplanei Kreuzen sowie das Restaurant Einsiedelei mitsamt Parkplatz. Ins Reservat aufgenommen worden war es seinerzeit wegen eines botanischen Gartens, der inzwischen aber nicht mehr existiert.

Das bisher in zwei Teile geteilte Karstgebiet der Martinsfluh mit seinem «ökologisch und geologisch wertvollen Waldgebiet» wird hingegen nun vollumfänglich ins Reservat eingegliedert.

Gleiches gilt für den laut Bundesinventar wertvollen Amphibienstandort der Zettergrube, wo die Integration ins Schutzgebiet mit der Aufhebung des 1984 erlassenen Gestaltungsplans Zettergrube einhergeht.

«Nicht betroffen vom Nutzungsplan ist dagegen der Megalithweg», erklärt Sergio Wyniger - das im Vorjahr geschaffene Angebot war zuerst auf Opposition in der Bürgergemeinde gestossen.

Keinen Einfluss hat das Reservat auf einen Werkhofneubau im Bereich des Steinbruchs Bargetzi. Im Moment sei die weitere Planung ohnehin sistiert, meint Wyniger angesichts der Neustrukturierung und Neubesetzung des Forstbetriebs.