futuristisch

Wenn sich ein Coiffeur durch moderne Architektur inspririeren lässt

Das Model führt in Frankfurt am NTVA die futuristische Kreation vor, welche Acosta (Hintergrund) ebenfalls in Monaco präsentiert hat.

Das Model führt in Frankfurt am NTVA die futuristische Kreation vor, welche Acosta (Hintergrund) ebenfalls in Monaco präsentiert hat.

Pablo Acosta aus Solothurn gelang es, sich beim beim National Trend Award (NTVA) in Frankfurt durch den Gold-Sieg in der Kategorie Color, sich ein Ticket für den Weltenentscheid zu sichern.

Voller Begeisterung erzählt Coiffeur Pablo Acosta von dem internationalen Event in Monaco vor einer Woche als «grösstes und schönstes Erlebnis», von dem er Teil sein durfte – trotz seiner Ausscheidung vor der Verteilung der ersten drei Ränge.

«Während des ganzen Events war eine Mischung aus Wettkampf und Freundschaft da. Mit den Vertretern aus Singapur und Kanada schloss ich sofort Freundschaft. Es ist ein schönes Gefühl, dass ich jetzt mit Hairstylisten vom anderen Ende der Welt in Kontakt stehe», so der Coiffeur. Das nächste Wiedersehen könnte in nicht allzu ferner Zukunft liegen. Möglicherweise beim nächsten ITVA 2015 in Berlin?

Acosta ist Besitzer des Coiffeur-Salons «Hair Department Ambiente» in Solothurn und avancierte mit seinen Haarkreationen zum Trendstylisten. Er selbst wurde während des Events bewundert; Selbst war er auf der anderen Seite ebenfalls ein Bewunderer. «Der kreative Wettstreit wurde organisiert, durchgeführt und moderiert von Patrick Cameron. Der Engländer ist der Meister der Hochsteckfrisur weltweit!»

Wer mit dabei war, genoss einen futuristischen Blick: «Die Haar- und Modelinie ‹Wella› präsentierte den Trend vom kommenden Jahr auf dem Laufsteg. Es war ein unglaubliches Gefühl, dabei sein zu dürfen», erzählt Acosta. Nicht nur der Blick geht in die Zukunft, sondern auch das Thema: «Die aktuellste Modelinie heisst ‹Reshape› (neu gestalten). Es ist die Schönheit der Zukunft, eine Mischung von Android und Mensch.»

Mit seiner Frisur- und Gesamtkreation, die er am NTVA sowie am ITVA präsentierte, interpretierte Acosta Avatarismus und Futurismus. «Inspiriert wurde ich vor allem durch die moderne Architektur und die Natur. Dazu kommt stets Unbewusstes», erzählt er. Um sich den Sieg zu sichern, müssen die Trendstylisten nicht mit der Frisur allein überzeugen, sondern auch zu 40 Prozent mit dem Gesamteindruck.

Die Kreation von Acosta beinhaltete daher einerseits die futuristische Frisur, andererseits ein Outfit, das die Innenseite eines Gebäudes verbildlichen sollte. Geschminkt war das Mannequin wie eine Ausserirdische. Seine Assistentin Audrey Noger hatte er stets zur Seite.

Auch für sein Geschäft sei die Teilnahme ein Vorteil: «Ich habe nun ein gewisses Qualitätsprofil. Verschiedene Leute sind auf den Coiffeur-Salon aufmerksam geworden. Kundschaft für Frisuren, wie sie am Award zu sehen waren, gibt es auf der ganzen Welt.»

Sie seien aber nicht unbedingt für Jedermann gedacht. «Man muss sich vorstellen: Kleidungsstücke, die an einer Mode-Show präsentiert werden, passen meist nur genau diesem Model und sind meist auch nicht alltagstauglich. Auf der Strasse würde man damit sofort alle Blicke auf sich ziehen. Wenn aber jemand zu mir kommt und sagt, er wolle eine solche Frisur, würde ich diese natürlich sofort mit Freude machen!»

Die detaillierte Rangverteilung hinter Platingold-Gold-Silber-Bronze wurde am Event nicht bekannt gegeben. «Dadurch entstand keine grosse Enttäuschung für die Teilnehmer, die nicht unter den vier Erstplatzierten waren. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass ich unter den Top-Ten war», meint Acosta. Wer nominiert werden würde, habe er gleich gesehen. Daher bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er mit seiner Einschätzung der Platzierung richtig läge, erzählt er lachend.

Acosta sah das Können der Gewinner seiner Kategorie «Color» aus Taiwan, Australien, Thailand und Neuseeland. Die Qualität der Endresultate führte ihm deren Niveau vor. Dies nutzt er als Ansporn für den nächsten kreativen Wettstreit: «Mein Ziel ist es, eines Tages den ersten Platz zu ergattern. Ich bleibe am Ball.»

Der 39-jährige Pablo Acosta, der ursprünglich aus Kuba stammt, führt seit knapp acht Jahren seinen eigenen Coiffeursalon in Solothurn. Momentan leitet er eine sechsköpfige Frauenmannschaft. Er und sein Mops sind die zwei einzigen Herren im Salon. «Ich bin in Kuba aufgewachsen, wo es nicht möglich war, Coiffeur zu lernen.

Schon früher habe ich immer Fläschchen gesammelt. Ich liebe den Duft all dieser Haarprodukte.» Als er mit 19 Jahren in die Schweiz kam, wurde sein Traum wahr, Coiffeur zu werden. Acosta machte den Eidgenössischen Fachausweis und ist heute Übungskurs-Instruktor für Lernende. «Es ist ein unglaubliches Gefühl. Auf den Abschluss und die Berufung als Instruktor bin ich fast noch ein bisschen mehr stolz als auf die Teilnahme am Award.»

An diesem trug er vor Publikum voller Stolz die Schweizer Fahne über den Laufsteg. «Die Leute sagen immer, dass ich doch Kubaner bin. Aber: Die schweizerische Eigenart und Identität hat meine Persönlichkeit verändert. Für mich war es richtig, am Award nicht Kuba, sondern die Schweiz zu vertreten. Mein halbes Leben verbringe ich nun hier. Das sagen zu können, ist ein wunderbares Gefühl.»

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